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Allein sein kann fein sein: Tipps gegen den Stuben-Koller

 width=Im Fernsehen, in den Zeitungen, in der Schlange vor der Bäckerei – immer noch ist Corona so ziemlich das einzige Thema, das uns und unseren Alltag beherrscht. Hoffen wir, dass sich die Lage schnell beruhigt und dass wir uns bald wieder mit vergleichsweise harmlosen Themen wie Heuschnupfen, Sonnenschutz und vielleicht sogar Reisetipps beschäftigen können. Jetzt aber scheint das alles irgendwie fehl am Platz, wir bleiben zu Hause und … langweilen uns?

Wochenlang – und im schlimmsten Fall alleine – zuhause zu bleiben,

ist für viele ein beängstigender Gedanke. Die Tatsache, dass wir auf unsere Hobbys verzichten müssen und Menschen meiden sollen, führt dazu, dass wir uns intensiv mit uns selbst beschäftigen müssen. Und das ist erstmal nicht immer ganz leicht. Aber es gibt hilfreiche Tipps, die uns helfen können, diese nicht leichte Zeit ohne Stubenkoller durchzustehen:

Routinen schaffen

Wenn wir unseren gewohnten Tätigkeiten nicht mehr nachgehen können, haben wir plötzlich sehr viel Zeit und wissen oft nichts mit uns anzufangen. Das birgt die Gefahr, dass wir einfach so in den Tag hineinleben und am Ende des Tages das Gefühl haben, eigentlich nichts erreicht und Zeit verschenkt zu haben.
Deshalb ist es wichtig, sich eine feste Tagestruktur zu schaffen. Also etwa immer zur gleichen Zeit aufzustehen und ins Bett zu gehen, jeden Tag jemanden aus der Familie oder einen alten Freund anzurufen oder immer nachmittags eine Stunde ein Buch zu lesen. Was man tut, ist dabei gar nicht so wichtig – entscheidend ist es, feste Ankerpunkte im Tagesablauf zu schaffen.

Sinnvolles tun

Für jeden Tag können wir uns kleine Ziele setzen, zum Beispiel das Wohnzimmer aufräumen, die Weihnachtsdeko ausmisten oder doch schon mal mit der Steuererklärung anfangen. Diese ungeliebten Aufgaben haben wir ohnehin ständig im Hinterkopf, nur haben wir normalerweise immer gute Ausreden parat, um sie noch ein bisschen aufzuschieben. Wenn wir jeden Tag eine kleine Aufgabe erledigen, dann wird dieser Stapel langsam kleiner, und so haben wir jeden Tag ein kleines Erfolgserlebnis – Balsam für die Psyche in schwierigen Zeiten.

Etwas Neues lernen

Schlimm ist das Gefühl, Zeit zu vergeuden – also etwa vor dem Fernseher zu hocken, während draußen der Frühling lockt. Deshalb hilft es, der kollektiven Zwangspause Sinn zu verleihen, mit der gegebenen Zeit etwas anzufangen, das einen Nutzen hat. Heutzutage kann man fast alles online lernen: Wenn Sie Programmieren oder vielleicht sogar eine Sprache lernen möchten, gibt es im Netz diverse Anbieter, die einfache und oftmals sogar kostenlose Kurse einstellen. Und wem die Buddenbrooks oder Krieg und Frieden immer irgendwie interessant, aber viel zu dick erschienen, dem sei gesagt: Die Gelegenheit ist günstig. Es gibt uns ein gutes Gefühl, die freie Zeit sinnvoll zu nutzen.

Positive Einstellung

Es klingt erstmal abgedroschen, aber unsere innere Haltung gegenüber einer Situation kann bereits enorm viel bewirken. Der Gedanke ans Alleinsein erscheint vielen zunächst beängstigend. Und assoziieren wir alleine sein mit vornehmlich negativen Gefühlen, fällt es uns schwer, die Situation zu ertragen.
Alleinsein muss aber gar nichts Schlimmes sein: Es bedeutet zunächst einmal nur, dass wir viel Zeit für uns selbst haben. Zeit, die im normalen Alltag meist zu kurz kommt. Wir sollten diese Zeit deshalb nicht nur als etwas Negatives wahrnehmen, sondern auch die angenehmen Seiten erkennen – weniger Stress zum Beispiel und die Gelegenheit, uns selbst ein bisschen besser kennen zu lernen.

Mal wieder telefonieren

Ganz klar: Keine SMS und keine Facebook-Nachricht können den direkten Kontakt ersetzen. Ganz wichtig, um den Kontakt zur Außenwelt zu halten, ist es deshalb, regelmäßig mit Familie oder Freunden zu telefonieren. Im besten Fall sogar per Videoanruf, denn so fühlten wir uns unseren Liebsten näher. Auch ganz altmodisch Briefe zu schreiben, kann eine tolle Möglichkeit sein, um Kontakt zu halten, denn Briefe sind natürlich persönlicher als eine WhatsApp-Nachricht und irgendwie ja auch etwas Besonderes.

Dinge tun, die glücklich machen

Es gibt viele Beschäftigungen für drinnen, die erstmal gegen Langeweile helfen. Aber vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit herauszufinden, was wir wirklich gerne tun und was uns glücklich macht: Stricken vielleicht oder Backen, Lesen, Malen, Fotografieren (auch das geht in der Wohnung), die Pflanzen umsorgen, mit dem Haustier spielen oder die Musik laut aufdrehen und zum Lieblingslied tanzen. Oder doch noch mal mit dem Projekt Tagebuch starten? Vielleicht entdecken wir dabei noch Dinge, von denen wir bisher gar nicht wussten, dass sie uns Spaß machen.

Körperlich auslasten

Egal, ob wir normalerweise regelmäßig ins Fitnesstudio gehen oder eher zur Sofa-Fraktion gehören: Körperliche Betätigung ist nicht nur gesund, sondern auch wichtig für die Psyche. Einer der wichtigsten Tipps gegen Einsamkeit lautet deshalb: Nach Möglichkeit bewegen. Für den einen braucht es dazu 50 Liegestütze, anderen reicht ein bisschen Gymnastik. Und natürlich sollten wir auch an die frische Luft gehen, wann immer und solange es vielleicht noch möglich ist. Was auch immer wir tun – alles ist besser, als sich nur zwischen Sessel, Küchentisch und Bett zu bewegen.

Kommunikation mit den Nachbarn

Auch wenn wir die Wohnung nicht ohne weiteres verlassen können, um andere Menschen zu treffen – es besteht oft die Möglichkeit, Kontakt mit unseren Nachbarn zu haben. Durchs offene Fenster oder vom Balkon aus können wir uns oft ganz gut unterhalten, ohne uns zu nahe zu kommen. Und mit ein bisschen gutem Willen können wir uns sogar zu regelmäßigen „Balkon-Dates“ verabreden – und die Menschen um uns herum dabei vielleicht ganz neu kennen lernen.

Die Perspektive nicht aus den Augen verlieren

Klar, es ist eine anstrengende Zeit. Die gute Nachricht aber ist: Auch die geht vorbei. Nicht sofort und vielleicht auch nicht schnell, aber irgendwann werden wir wieder zur Normalität zurückkehren. Freuen wir uns auf die ersten Tage, an denen wir wieder raus können, ein bisschen Shoppen und vor dem Café in der Sonnen sitzen. Denn so wird es wieder sein. Halten Sie durch!

Fakt oder Fake: Die häufigsten Corona-Irrtümer

 width=Wäre alles wie immer, dann sollten wir uns jetzt mit Dingen wie Frühjahrsdiät oder Sonnenschutz befassen – aber mit Corona bzw. Covid19  gibt es zur Zeit natürlich ein Thema, das alles andere überlagert. Überall findet man etwas dazu, und nicht zuletzt in Netzwerken wie Whatsapp, Twitter oder Facebook kursieren Gerüchte, Halbwahrheiten und eimerweise Tipps, wie man sich angeblich gegen das Virus schützen kann. Einige davon haben zumindest einen wahren Kern, andere sind blanker Unsinn oder sogar schädlich. Wahr oder nicht wahr: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und natürlich nicht als Therapieempfehlung haben wir einige der gängigsten Thesen gecheckt.

Zwiebeln und Knoblauch essen

Klar, Knoblauch ist gesund ist  und hat sogar antimikrobielle Eigenschaften. Gegen eine Corona-Virusinfektion schützt er nach derzeitigen Erkenntnissen dennoch nicht, und auch aufgeschnittene Zwiebeln können Viren nicht aus der Luft oder dem Körper saugen.
Diese und ähnliche Tipps sind also eher falsch. Gefährlich wird es, wenn sich jemand durch Knoblauch geschützt fühlt und deshalb Regeln zu Abstand und Hygiene missachtet. Das Gute: Ein Döner mit Knoblauchsoße und extra viel Zwiebeln kann bewirken, dass die Leute freiwillig auf 3 Meter Abstand gehen.

Alle 15 Minuten einen Schluck Wasser trinken

Angeblich soll das Virus dadurch in den Magen gespült werden, bevor es in die Atemwege gelangen und dort eine Lungenentzündung verursachen kann. Dieser Rat soll angeblich von kanadischen Regierungsstellen kommen, die allerdings haben es inzwischen dementiert. Viel trinken ist zwar gut, und ausreichend Flüssigkeit hilft den Schleimhäuten, ihre Funktion zu erfüllen – eine Waffe gegen das Corona-Virus ist es aber nicht. Auch diese Empfehlung ist also eher ein Fake.

Salzwasser trinken oder mit Salzwasser die Nase spülen

Den Mund mit Salzwasser ausspülen oder salzwasserhaltige Nasensprays bzw. Nasenspülungen benutzen soll das Virus abwehren. Es gibt einige Hinweise darauf, dass regelmäßiges Nasenspülen mit Kochsalzlösung Menschen helfen kann, sich schneller von einer normalen Erkältung zu erholen. Es hat sich aber laut WHO bislang nicht gezeigt, dass Nasenspülungen oder auch das Gurgeln mit Salzwasser tatsächlich Atemwegsinfektionen verhindern können, und dementsprechend schützen sie auch nicht vor einer Ansteckung mit Coronaviren. Auch hier also: Fake.

Hände waschen

Händewaschen mit Wasser und Seife inaktiviert Coronaviren komplett. Die Seife zerstört die Fetthülle des Virus, und mit dem Wasser wird es anschließend von der Hand gespült. Tatsächlich ist das momentan eine der besten und einfachsten Möglichkeiten, die wir haben, um uns vor einer Ansteckung zu schützen. Sich gründlich die Hände zu waschen kann also die Ansteckungsgefahr reduzieren und ist also ein ganz klarer medizinischer Fakt.

Desinfektionsmittel verwenden

Handdesinfektionsmittel, das mindestens 60 Prozent Alkohol enthält, kann ebenfalls die fetthaltige Virushülle zerstören und zusätzlich Proteine des Virus zerstören. Allerdings sind Desinfektionsmittel von der Wirksamkeit her eher weniger effektiv als Händewaschen mit Wasser und Seife, weil hier kein grober Schmutz (in dem sich Viren und andere Keime festsetzen können) von den Händen entfernt wird. Desinfektion ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein gründliches Händewaschen nicht möglich ist. Dieser Ratschlag ist also ein medizinisch gesicherter Fakt.

Ein heißes Bad nehmen

Der Tipp, einfach mal ein schönes heißes Bad zu nehmen, weil das Virus bei hohen Temperaturen angeblich abgetötet wird, kursiert derzeit in Foren und Gruppen. Kurzer Check: Unsere Körpertemperatur liegt normalerweise zwischen 36,5 und 37 Grad Celsius,  ein heißes Bad ändert daran nichts. Zwar sind viele Viren hitzeempfindlich und werden ab einer Temperatur von etwa 60 Grad zerstört, weil bei dieser hohen Temperatur ihre Proteine zerstört werden. Allerdings gilt das auch für die Proteine in unseren Körperzellen, und ein so heißes Badewasser verursacht schon leichte Verbrühungen. Ein klarer Fall von Fake.

Alkohol trinken

Was gut für die Hände ist, kann doch auch nicht schlecht für unseren Mund und Rachen sein – klingt einleuchtend, ist aber in der Praxis nicht richtig. Alkohol in hoher Konzentration tötet zwar bestimmte Keime für einen gewissen Zeitraum im Speichel ab, allerdings hauptsächlich Bakterien.
Außerdem müsste man schon eine ziemlich hohe Konzentration von mindestens 60 Prozent trinken, um die Viren zu schädigen. Eine so hohe Konzentration allerdings führt eher zu Schleimhautreizungen und bewirkt dadurch möglicherweise sogar eher das Gegenteil, indem ein leichteres Eindringen des Virus in unsere Zellen ermöglicht wird.
Also: Fake.

Mundschutz tragen

Seit sich das Coronavirus bei uns ausbreitet, sieht man auch hierzulande immer mehr Menschen mit Maske. Allerdings: Mundschutz ist nicht gleich Mundschutz, es gibt verschiedene Arten. Der normale Mundschutz aus Papiervlies schützt den Träger nicht vor einer Infektion. Er kann vielleicht ein wenig dabei helfen, die Ansteckungsrate für andere Personen zu senken, weil man als Erkrankter damit andere nicht so leicht anniest oder anhustet.

Weiter sind sogenannte FFP-Masken erhältlich, die einen Filter eingebaut haben, mit dem sie bestimmte Partikel aus der Luft filtern können. Davon gibt es generell drei unterschiedliche Stufen:

FFP1: Schützt vor normalem Staub in der Luft, nicht vor Mikroorganismen.
FFP2: Schützt vor Nebel, Rauch und gesundheitsschädlichen Stäuben. Gegen Viren und Bakterien können sie in gewissem Rahmen und mit genügend Abstand zu Erkrankten ebenfalls schützen.
FFP3: Schützt vor giftigen, krebserregenden und radioaktiven Stoffen und auch vor Mikroorganismen – wie Bakterien, Pilzen und eben auch Viren.

Dass solche Masken vor einer Ansteckung schützen können, ist also ein medizinischer Fakt. Aber: Weil zur Zeit medizinisches Personal im Krankenhaus und der Arztpraxis immer weniger ausreichend Mundschutz zur Verfügung hat, um sich selbst vor einer Ansteckung schützen zu können, sollte man sich ernsthaft fragen, ob man einen solchen Schutz wirklich benötigt – wer kann, sollte lieber einfach zu Hause bleiben und Kontakte möglichst vermeiden. Das ist nach wie vor der sicherste Weg, sich und andere zu schützen.

Vorsicht, aber keine Panik: Was jeder gegen Corona tun kann

 width=Um was kann es gehen in einem Beitrag zum Thema Gesundheit im März 2020? Um Corona natürlich, was sonst. Und vielleicht gibt es auch schon die ersten, die leicht genervt die Augen verdrehen und denken „jajaja, ich hab’s ja begriffen – kann man jetzt mal über etwas anderes reden?“ 

Ehrlich gesagt:

Nein, eigentlich man das kann nicht. Auf die Gefahr hin also, dass die meisten es schon wissen, wollen wir als Apotheke und damit als Teil des Gesundheitswesens hier noch einmal kurz umreißen, um was es geht und die wichtigsten Tipps zusammenfassen, mit denen man sich und andere schützen kann.

Erstens:

Es geht vor allem um Zeit. Auch wenn niemand genau sagen kann, wie die Pandemie sich entwickeln wird, ist es das wichtigste Ziel, die Ausbreitung von Covid19 deutlich zu verlangsamen. Gelingt das nicht und bleiben die Infektionsraten auf dem bisherigen Niveau, werden sich in ein oder zwei Wochen so viele Menschen angesteckt haben, dass diejenigen mit einem schweren Verlauf der Krankheit nicht mehr so versorgt werden können, wie es medizinisch notwendig wäre. Lässt sich die Ausbreitung wirksam bremsen, steht außerdem Zeit für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zur Verfügung.

Zweitens:

Es geht um Kontrolle. Das neuartige Coronavirus ist vornehmlich von Mensch zu Mensch übertragbar, der Hauptübertragungsweg scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Diese direkte Übertragung erfolgt, wenn Virus-haltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Atemwege gelangen – bei  Husten oder Niesen unseres Gegenübers zum Beispiel. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, spielt aber vermutlich nur eine untergeordnete Rolle. Gründliches und häufigen Händewaschen oder auch Atemmasken können also helfen und mögen den Einzelnen im Zweifelsfall schützen können – die immer noch schneller werdende Verbreitung der Krankheit aufhalten kann auf mittlere Sicht aber nur der Verzicht auf den Kontakt mit anderen. Außerhalb des menschlichen Körpers kann das Virus einige Tage überleben: Findet es in dieser Zeit keinen Wirt, stirbt es ab. Die rigorosen Maßnahmen in China (sofern man sich auf die Zahlen verlassen kann) zeigen, dass es funktioniert, denn seit Wochen werden kaum neue Infektionen registriert. 

Drittens:

Es geht um Selbstdisziplin. Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung 1 bis 14 Tage dauern kann, bis Krankheitszeichen auftreten. Im Durchschnitt beträgt diese sogenannte Inkubationszeit wohl etwa 5 bis 6 Tage. Das ist recht lang, und deshalb kann man auch lange, bevor man sich selbst krank fühlt, andere Menschen anstecken. Deshalb kann man es nicht oft genug wiederholen: Zu Hause bleiben, andere schützen und sich selber auch.
Dummerweise sind wir Rudeltiere: Soziale Kontakte, Austausch, Besuche bei Verwandten und Freunden gehören gerade in schwierigen Zeiten zu unseren grundlegenden Bedürfnissen. Aber so verständlich das ist, so schädlich kann es sein – denn ein einzelner kann zu einem hundertfachen Überträger werden, wenn er zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Deshalb muss unsere Vernunft das Handeln bestimmen statt unseren emotionalen Bedürfnissen die Kontrolle zu überlassen.

Und viertens:

Es geht (auch) um Gelassenheit. Das Problem bei Covod19 ist eher nicht die Krankheit selbst, obwohl sie auch einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf nehmen kann. Bei den meistens Menschen wird es sich wie eine normale Grippe anfühlen – Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit, vielleicht ein bisschen Fieber. Experten schätzen, dass rund 80 Prozent der Coronavirus-Infektionen mild, ähnlich einer Erkältung, verlaufen. 13,8 Prozent aller bestätigten Fälle verlaufen jedoch schwer, und 4,7 Prozent werden als kritisch eingestuft. 

Einfache Hygienemaßnahmen, wie sie auch zum Schutz vor Erkältungs- und Grippeviren empfohlen werden, sind: 

  • Abstand zu Erkrankten einhalten, mindestens einen, besser zwei Meter
  • regelmäßig und mindestens 20 Sekunden lang die Hände waschen, Seife nicht vergessen
  • nach engem Kontakt mit Erkrankten zusätzlich Hände desinfizieren
  • Händeschütteln und Umarmungen vermeiden
  • in Armbeuge husten oder niesen
  • das Gesicht nicht mit den Händen berühren oder über Augen, Mund und Nase reiben
  • benutzte Taschentücher sofort entsorgen
  • Türklinken und Fahrstuhlknöpfe nach Möglichkeit mit dem Knöchel oder dem Ellenbogen berühren, nicht unbedingt mit den Fingerspitzen.

Und noch einmal:

Vor allem möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen – denn solange es keinen Impfstoff gibt, lässt sich die Verbreitung nur auf diesem Weg so verlangsamen, dass eine optimale medizinische Versorgung aller gewährleistet bleibt. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an: Natürlich am besten am Telefon, aber auch in der Apotheke sind wir für Sie da. Bleiben Sie gesund!

Warum es im Freien gesund ist: Jetzt aber raus!

 width=Der erste Satz, den frisch gebackene Gymnasiasten in ihrer neuen Sprache lernen, ist oft: In Silva esse delectat – im Wald sein erfreut. Demzufolge wussten also schon die alten Römer, dass draußen sein einfach Spaß macht. Die heilende Wirkung von Grünflächen war auch den Ärzten im alten Ägypten bekannt. Sie verordneten ihren Patienten Gartenspaziergänge zur schnelleren Genesung. Und bereits im 18. Jahrhundert entdeckten Ärzte, dass Gartenarbeit gut für psychisch beeinträchtigte Menschen ist.
Heute ist auch wissenschaftlich belegt: Draußen sein ist nachweisbar gesund, wir sind von der Evolution einfach dafür konzipiert. Seit den 80er-Jahren wird dieser Gesundheitseffekt wissenschaftlich untersucht, und inzwischen mehren sich Studien, nach denen das Draußen sein sogar für Therapien genutzt werden kann. Bei der Beobachtung von Patienten nach einer Gallenblasenoperation fand man heraus, dass sie, wenn sie nach der Operation aus ihrem Krankenhausfenster ins Grüne schauen konnten, weniger Schmerzmittel benötigten. Ihre Wunden heilten zudem schneller, sodass sie die Klinik eher wieder verlassen konnten als die Patienten, durch deren Fenster nur eine Backsteinwand zu sehen war. Gestresste Büromenschen und Eltern von internetaffinen Kindern haben im Ernstfall also wissenschaftliches Rüstzeug an der Hand, um Argumente für Waldspaziergänge zu finden.

Dabei ist es nicht nur die Bewegung,

die uns gut tut – im Grünen sein allein reicht schon aus, um positive Effekte zu erzielen. Einen Beweis dafür erbrachte eine Studie kanadischer Psychologen: Sie teilten 150 Studenten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein und ließen sie durch das Universitätsgelände laufen. Eine Gruppe durfte einen Weg unter freiem Himmel entlanggehen, die zweite Gruppe lief durch die Kellergänge der Uni zum selben Ziel. Für beide Wege wurden 17 Minuten benötigt, es regnete nicht und es herrschten herbstliche Temperaturen. Diejenigen, die an der frischen Luft laufen durften, waren am Ende deutlich entspannter und besserer Stimmung als die Gruppe, die durch die Gänge laufen musste. Die unter freiem Himmel entstandenen positiven Reaktionen begünstigten außerdem das Gefühl der persönlichen Verbundenheit mit der Natur, so ein weiteres Untersuchungsergebnis.

Es scheint also erwiesen:

Natur ist heilsam. Und natürlich lockt uns gerade jetzt, wenn der aufkeimende Frühling uns den ersten Hauch von Licht und Wärme schickt, die Natur ins Freie: Endlich wieder draußen sein, endlich wieder durchatmen. Das Problem ist, mal wieder, unser Alltag – unsere Gewohnheiten, unser Trott und der innere Schweinehund. Denn für die meisten von uns findet das Leben eher drinnen statt, im Büro, in der Schule oder vor irgendeinem Bildschirm. Für viele Menschen reicht es gerade mal für eine schnelle Mittagspause oder ein abendliches Stündchen auf der Terrasse, sofern vorhanden. Dabei ist die „Maschine“ Mensch eigentlich dafür optimiert, sich im Freien zu bewegen, Organismus und Psyche brauchen Bewegung, Luft und Sonne. Für manche muss dann die große Action her, teure Outdoor-Action-Wochenenden oder Extrem-Rafting in wilden Stromschnellen – aber es geht auch einfacher, denn schon das Riechen, Sehen, Hören und Fühlen von Natur hat einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Im Alltag können wir uns selbst immer mal vergessen und überhören die lauten Stimmen unseres Körpers. Er ruft nach Entspannung, Freude, Ausgeglichenheit – und eben nach Natur. Aber durch Termine und “Ich muss noch eben schnell… “ vergessen wir leicht mal, diesen Wünschen nachzugehen. Ein paar Tipps:

Ein softer Start in den Tag

Die Redewendung „mit dem falschen Bein aufstehen“ deutet es schon an: Der Start in den Morgen hat durchaus Auswirkungen auf den restlichen Tag. Eine entspannte und bewusste Morgenroutine kann deshalb Wunder bewirken. Dabei muss es nicht immer direkt eine 30-minütige Yogapraxis sein, um den Tag richtig zu beginnen. Es kann auch eine Tasse Tee oder Kaffee sein, die genüsslich und bewusst getrunken wird – und eben am besten draußen auf der Terrasse oder zumindest an einem Fenster mit ein bisschen Grün.

Ab und zu auf „Stopp!“ drücken

Wahrscheinlich kennt es jede/r von uns: Wenn’s stressig wird, sind es meistens die Pausen, die von unserer To Do-Liste gestrichen werden. Doch damit blockieren wir uns oft selbst, denn Pausen helfen uns, produktiver, kreativer und konzentrierter zu arbeiten. Deshalb: Aufstehen, durchatmen und einen kleinen Spaziergang durch den Park machen. Die Natur kann unseren Stress nachweislich senken, Farben, Gerüche und Geräusche lenken uns für eine gesunde kleine Weile von den Gedanken und Aufgaben ab, die noch zu erledigen sind.

Atmen

Noch etwas, das in unserem Alltag oft zu kurz kommt: Die Atmung. Bewusstes Atmen entspannt uns, kann Stress und Ängste lösen und uns beruhigen. Einige tiefe, ruhige Atemzüge helfen uns dann, wieder klar zu denken – und natürlich ist es besser, sich die Atempause in einer grünen Umgebung zu nehmen als an einer Hauptverkehrsstraße.

Mit Energie in den Frühling: Das hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit!

 width=Da draußen scheint, sprießt  und trällert es, dass es die reine Freude sein sollte – und trotzdem fühlen sich viele von uns gerade jetzt schlapp und müde. Die ersten warmen Tage im Jahr führen bei vielen Menschen zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Kreislaufproblemen. Die berüchtigte Frühjahrsmüdigkeit ist den meisten ein Begriff: Wenn die Temperaturen steigen, fühlt sich jeder Zweite in Deutschland gereizt und abgeschlagen, müde und antriebslos.

Eingewöhnung:

Der Körper braucht erfahrungsgemäß etwa vier Wochen, bis er sich an die Frühjahrstemperaturen gewöhnt hat. Frühjahrsmüdigkeit entsteht, weil sich der Körper nur langsam an die veränderten Temperaturen anpasst. Etwa jeder zweite Deutsche erlebt das Jahr für Jahr.

Ursachen:

Die Ursache der Frühjahrsmüdigkeit ist noch nicht ganz geklärt. Fest steht aber, dass die beiden körpereigenen Hormone Serotonin und Melatonin an den Beschwerden wie Schwindel, Kreislaufprobleme oder Müdigkeit beteiligt sind.

Die Hormone Serotonin und Melatonin:

Serotonin ist für die Aktivierung des Körpers und für gute Stimmung zuständig. Das Hormon wird unter Lichteinfluss produziert. Die Lichtreize gelangen in den Hypothalamus, eine Hormondrüse im Gehirn, die die Serotoninproduktion steuert. Je mehr und je länger unser Körper natürlichem Licht ausgesetzt ist, desto mehr Serotonin kann er herstellen. Die vermehrte Sonneneinstrahlung im Frühling kurbelt also unsere Serotoninproduktion an. Mit der Steigerung von Serotonin wird gleichzeitig die Produktion von Melatonin gedrosselt. Das so genannte Schlafhormon sorgt dafür, dass wir in der Nacht erholsam schlafen können.
Die Bildung beider Hormone im Körper wird also maßgeblich über die Lichtmenge geregelt: Im Winter, wenn es draußen früh dunkel wird, heißt demnach die Botschaft an den Körper eher „Winterschlaf“, während das Frühjahrslicht „Aufwachen“ signalisiert. Das allerdings dauert ein wenig, und am Anfang der helleren Tage bleibt der Melatoninspiegel im Blut noch hoch – und macht uns müde.

Ein weiterer vermutlicher Grund:

Vor allem wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt, und auch das führt dazu, dass wir uns schlapp fühlen. Ebenfalls eine Rolle spielen wohl auch psychische Gründe, denn unser Geist und unsere innere Einstellung brauchen ein bisschen Zeit, um sich aus dem gemütlichen Wintermodus zu verabschieden. Irgendwie liegt man noch in die Wolldecke gemummelt auf dem Sofa, während man eigentlich schon etwas im Garten tun sollte… naja, nächste Woche reicht auch. Unter dem Strich kann man gegen die Wetterlage zwar wenig ausrichten, aber die typischen Beschwerden bei Frühjahrsmüdigkeit und auch der innere Schweinehund lassen sich mit ein wenig Sonne, Luft, Bewegung und der richtigen Ernährung in erträgliche Schranken weisen. Hier ein paar Tipps:

Entrümpeln

Der Frühling ist die ideale Zeit, um sich von Überflüssigem zu befreien und sich dadurch ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit zu verschaffen. Das kann zum Beispiel im Kleiderschrank stattfinden: Die dicken Winterpullis, Schals und Handschuhe werden für die nächsten Monate weggepackt, und Dinge, die man lange Zeit nicht getragen hat, sind jetzt langsam mal ein Fall für die Kleiderspende. Nach dieser Methode lassen sich nicht nur weitere Schränke und Schubladen, sondern auch Ihr Adressbuch oder Ihre Freundesliste in sozialen Netzwerken aktualisieren: Die Urlaubsbekanntschaft von vor zwei Jahren hat sich auch lange nicht gemeldet…

Farben und Düfte

Mit Farben lässt sich nachweislich unsere Stimmung beeinflussen. Das haben mehrere psychologische Studien belegt. Energie geben uns vor allem Gelb- und Rottöne. Sie müssen jetzt nicht gleich die Wände Ihrer Wohnung streichen – obwohl das natürlich auch eine Möglichkeit ist. Für einen Gute-Laune-Kick zwischendurch reicht aber auch schon ein bunter Tulpenstrauß, ein farbenfroher Desktop-Hintergrund auf dem PC oder ein Kleid in Sonnenfarben. Auch Düfte beeinflussen unser Unterbewusstsein und damit unsere Laune: Zitrone, Rosmarin und Basilikum beleben, Rose, Lavendel und Vanille helfen dabei zu entspannen. Verreiben Sie ein paar Tropfen ätherisches Öl zwischen den Händen, legen Sie diese vors Gesicht und atmen Sie tief ein. Oder geben Sie ein paar Tropfen ins Badewasser oder die Bodylotion.

Auszeiten

Dem Alltag kurz zu entfliehen, gibt uns neue Kraft. Der Frühling ist perfekt für einen Städtetrip übers Wochenende: Die Temperaturen sind angenehm fürs Sightseeing, die Metropolen noch nicht überlaufen, Flüge und Hotels oft günstig. Oder gönnen Sie sich kleine Auszeiten über den Tag: Das gute alte Mittagsschläfchen ist besonders effektiv gegen Müdigkeit. Aber nicht länger als 30 Minuten, sonst fallen Sie in Tiefschlaf und der Effekt kehrt sich ins Gegenteil.

Essen

Die Natur hält jetzt saisonale, vitaminreiche Köstlichkeiten bereit, die unserer Gesundheit richtig gut tun: Spargel, Rhabarber, Bärlauch und andere frische Kräuter. Gegen die Frühjahrsmüdigkeit empfiehlt sich ein Tag in der Woche nur mit frischen, natürlichen Lebensmitteln: Spinat, Weißkohl, Radieschen, Feldsalat, Chicorée, Äpfel, Kartoffeln und Joghurt.

Luft und Bewegung

Unter Einfluss von Sonnenlicht und Sauerstoff produziert der Körper den Glücks-Botenstoff Serotonin und hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Das wirkt wie ein natürlicher Wecker. Und Sauerstoff gibt den Körperzellen Energie. Also morgens so schnell wie möglich: Vorhänge beiseite ziehen, Fenster öffnen, tief einatmen. Nutzen Sie zudem jede Gelegenheit, z.B. den Weg zum Bäcker oder zur Arbeit und die Mittagspause, für einen kleinen Spaziergang oder einen Ausflug mit dem Fahrrad. Bewegung im Freien versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und erhöht die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Außerdem wird das Herz-Kreislauf-System auf Trab gebracht.