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Virenschutz und Handhygiene

 width=Handhygiene gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen, um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Sich die Hände mehrmals zu waschen und zu desinfizieren ist in diesen Zeiten besonders wichtig. Die meisten Menschen halten allerdings die alkoholische Händedesinfektion für hautschädigender als die Händewaschung. Dabei ist es gerade umgekehrt. Häufiges Händewaschen führt zu einer starken Beanspruchung der Haut, die Hände werden rissig und die Haut trocknet aus. Bei einer Händedesinfektion ist das nicht der Fall.  Auch hält  die keimreduzierende Wirkung der Händedesinfektion wesentlich länger an. Die richtige Desinfektion dauert 20 bis 30 Sekunden.

Richtiges desinfizieren:

Geben Sie eine ausreichende Menge Desinfektionsmittel in die hohle Hand. Dann reiben Sie sich die Hände so ein, dass die Handflächen und auch die Fingerzwischenräume gut benetzt sind. Dieser Vorgang dauert 20 bis 30 Sekunden. Lassen Sie das Desinfektionsmittel trocknen. So haben Sie eine sichere Wirksamkeit.

Welche Desinfektionsmittel wirken wirklich?

Nicht alle Desinfektionsmittel sind gleichsam wirksam. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln, sowohl für den privaten Gebrauch als auch im gewerblichen Bereich ist in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen.

Es gibt unterschiedliche Desinfektionsmittel. Doch woran soll man sich orientieren, wenn man für zuhause Desinfektionsmittel einkaufen möchte?

Zuerst müssen Sie überlegen, ob Sie ein Mittel für Hände oder Flächen benötigen. Für Händedesinfektionen haben sich alkoholische Hände-Desinfektionsmittel durchgesetzt. Diese Mittel sind gut und schnell wirksam, rückstandsfrei und verdampfen schnell. Ein wirksames Desinfektionsmittel für die Hände sollte mindestens einen Gehalt von 62 Prozent Ethanol aufweisen. Achten Sie auch auf die Deklarierung: begrenzt viruzid ist wirksam gegen behüllte Viren; dazu zählen Coronaviren, inklusive SARS-COV-2.

Bei den Hände-Desinfektionsmitteln kann es aber auch zu Hautunverträglichkeiten kommen. Das hängt dann im Wesentlichen mit den Parfümen oder Farbstoffen zusammen. Sollte die Haut gerötet sein, greifen Sie auf ein anderes Produkt zurück. Auch da hilft Ihnen unsere Apotheke weiter.

Einfache Hygienemaßnahmen kurz zusammengefasst:

  1. Abstand zu Erkrankten einhalten, mindestens einen, besser zwei Meter
  2. regelmäßig und mindestens 20 bis 30 Sekunden lang die Hände waschen, noch besser desinfizieren
  3. nach engem Kontakt mit Erkrankten zusätzlich Hände desinfizieren
  4. Händeschütteln und Umarmungen vermeiden
  5. in Armbeuge husten oder niesen
  6. das Gesicht nicht mit den Händen berühren oder über Augen, Mund und Nase reiben
  7. benutzte Taschentücher sofort entsorgen
  8. Türklinken und Fahrstuhlknöpfe nach Möglichkeit mit dem Knöchel oder dem Ellenbogen berühren, nicht unbedingt mit den Fingerspitzen.

Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an: In der Apotheke vor Ort sind wir immer für Sie das! Bleiben Sie gesund!

Jetzt richtig schützen und … Die Sonne genießen!

 width=Na klar, Sonnenschutz ist wichtig, das haben wir inzwischen gelernt – wir tragen T-Shirts und Sonnenbrillen, wir meiden die Mittagssonne, wir cremen uns ein. Aber mit ein bisschen Vorbereitung können wir der Haut auch jetzt, zu Beginn des Sommers schon zu mehr Schutz gegen die UV-Strahlen verhelfen. Hier ist kurz erklärt, was wir tun können und was wir lieber lassen sollten.

Die Bilder gleichen sich jedes Jahr:

Eher blasse Nordeuropäer aalen sich an den Stränden des Mittelmeers, woraufhin deren Haut schnell einen verdächtigen Rotton annimmt. Und da hilft dann auf Dauer auch die beste Sonnencreme nichts, denn wenn unsere Haut nicht an UV-Strahlung gewöhnt ist, wenn wir quasi direkt aus dem Winterpulli in die Badehose wechseln – dann entsteht ein Sonnenbrand. Eine Gewöhnung an die Strahlung sollte idealerweise mehrere Wochen vor einem Sommerurlaub in der Sonne beginnen.

Vitamine schützen die Haut vor Stress

Jedes Sonnenbad stresst das Immunsystem und vor allem die Haut. Bei intensiver Sonnenbestrahlung entstehen Stoffe, die den Zellen eine vorzeitige Alterung bescheren. Wer seine Haut auf die Sonne vorbereiten will, sollte sie mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Ein gut aufgestellter Viaminhaushalt kann die Haut weniger anfällig für Sonnenschäden machen.

Am wichtigsten dabei ist Betacarotin,

die Vorstufe von Vitamin A (Retinol). Unser Körper kann Betacarotin in der Leber, im Fettgewebe, aber auch in der Haut speichern. Es fördert die Pigmentbildung, dadurch baut sich ein leichter Sonnenschutz von innen auf. Er ist zu schwach, um eine Sonnencreme zu ersetzen – dennoch trägt er zum Schutz bei

Karotten und Tomaten stärken die Haut gegen Sonnenschäden

Die von der deutschen Gesellschaft für Ernährung als höchste Tagesdosis empfohlenen von zwei Milligramm Betacarotin (reichlich in Karotten, Paprika oder auch Kohl) und das ähnlich wirkende Lycopin (in Tomaten) lässt sich am besten durch sommerliche Rohkost und Salate aufnehmen, optimalerweise ergänzt mit einem gutem Öl – denn Carotinoide werden mit Fett am wirksamsten aufgenommen.
Hohe Dosen an Betacarotin finden sich auch in speziellen Kapseln, die zum Beispiel als Präparate für „schöne Sommerhaut“ angeboten werden. In diesen Produkten, die als Vorbereitung der Haut auf Sonnenbestrahlung beworben werden, stecken meist alle als besonders effektiv geltenden Hautschutz-Wirkstoffe gegen die Schädigung durch die Sonne:
• Dreierlei Carotinoide (Betacarotin, Lycopin, Lutein)
• Vitamin D
• Vitamin C und Vitamin E
• Spurenelement Selen
• Pflanzenstoffe, etwa aus grünem Tee.

Hoch dosiertes Betacarotin hilft gegen Sonnenallergie

Hautärzte empfehlen hochdosiertes Betacarotin  jenen, die auf intensive Sonnenstrahlen mit Juckreiz, Ausschlag und Pusteln reagieren. Wer zu Sonnenallergie neigt, kann vor einem Sonnenurlaub Betacarotin-Tabletten einnehmen – drei Wochen in zunehmender Dosierung bis zur Maximaldosis von 100 Milligramm. Dadurch lassen sich die Symptome meist verhindern oder zumindest abmildern.

Gewöhnung an die Sonne – jeden Tag ein bisschen mehr

In jedem Fall sollten wir unsere Haut nicht nur innerlich stärken, sondern auch langsam an die starke Sommersonne gewöhnen. Ein heller Hauttyp sollte sich allerdings zunächst nicht länger als zehn Minuten am Tag der Sonne aussetzen. Diese Dosis sollte man dann langsam um ein paar Minuten steigern – und der Strandurlaub im Sommer sollte dann (und mit einem gutem UV-Schutz) nicht gleich mit einem Sonnenbrand beginnen.

Unsere Haut hat die Fähigkeit, sich selbst vor Sonnenschäden zu schützen

– zumindest ein wenig. Ist sie den UV-Strahlen ausgesetzt, baut sie eine pigmentierte Hautverdickung auf, die sogenannte Lichtschwiele. Diese gebräunte Haut braucht dann weniger starken UV-Schutz in der Sonnencreme beziehungsweise kann längere Sonnenbäder vertragen. 

Solarium taugt nicht zur Vorbereitung auf die Sommersonne

Die Lichtschwiele und eine lang anhaltende Bräune entstehen aber nur durch den kurzwelligen UV-B-Anteil im Sonnenlicht. Der langwellige UV-A-Anteil kann nur eine Sofortbräune erzeugen, die bald wieder verblasst. Aus diesem Grund sind die meisten Solarien eher ungeeignet, um sich vor dem Urlaub eine schützende Bräune zu verschaffen. Das Lichtspektrum einer Sonnenbank besteht normalerweise überwiegend aus UV-A-Strahlen – und zwar sehr viel mehr als in der Sonne. Die Solariumsbräune bietet daher keinen Schutz vor Sonnenbrand. Zudem greift UV-A auch die Kollagenfasern der Haut an.

Dass eine braun getönte Haut nicht automatisch Sonnenschutz bedeutet,

betrifft auch Selbstbräuner. Bei dieser Art von Hauttönung ist derselbe starke UV-Schutz nötig wie auf der nicht präparierten Haut. Es versteht sich von selbst, dass auch bei vorbereiteter Haut ein umsichtiger Umgang mit der Sommersonne der beste Schutz vor Schäden ist: Neben Creme mit ausreichendem UV-Schutz gehören auch Sonnenbrille und ein Hut, dessen Krempe möglichst das ganze Gesicht beschattet, dazu. Und die hochstehende Mittagssonne sollte man am besten meiden und die Siesta im Schatten verbringen.

Außerdem empfiehlt es sich,

den UV-Index am Aufenthaltsort zu checken, den die gängigen Wetter-Apps anzeigen. Der UVI misst die Intensität der UV-Strahlung. Sie hängt von der Jahreszeit, dem Breitengrad und der Entfernung vom Meeresspiegel ab. Der Index 1-3 (bedeckter Himmel) ist eher harmlos für die Haut, 4-7 erfordert guten Sonnenschutz, und ab 8 ist die Belastung sehr hoch. Da sollte man am besten gleich im Schatten bleiben.

Und zu guter letzt:

Billige Sonnenbrillen können den Augen schaden – denn sie verdunkeln zwar den sichtbaren Bereich des Lichts, worauf das Auge mit einer Vergrößerung der Pupille reagiert. Die schädlichen UV-Strahlen filtern sie aber nicht ausreichend, und durch die größere Linse des Auges können sie vermehrt Schaden anrichten. Am besten lässt man sich vom Optiker beraten. 

Richtig reagieren: Zeckenzeit!

 width=Zecken kommen mit dem Frühjahr, so sicher wie Narzissen und Holunderblüten: Sie sind nicht nur lästig und besitzen für viele Menschen einen hohen Ekelfaktor, die Spinnentiere sind durchaus auch gefährlich. Zwar können Menschen und andere Säugetiere die wenigen Milliliter Blut, die einer Zecke als Mahlzeit dienen, problemlos verschmerzen, allerdings können die kleinen Vampire mit ihrem Biss Krankheiten übertragen, die durchaus bedrohlich werden können. Vor allem Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreiten die Blutsauger unter ihren Opfern – und beide können so schwere Verläufe nehmen, dass man daran sterben kann.

Der beste Schutz vor Zecken und den möglichen folgenden Erkrankungen, wäre – na klar – sich gar nicht erst von einer Zecke beissen zu lassen. Das ist allerdings nicht ganz einfach, denn Zecken sind weit verbreitet, und wer viel draußen unterwegs ist, macht irgendwann fast zwangsläufig ungewollte Bekanntschaft mit den achtbeinigen Quälgeistern. Zwar kann man einige Regeln beachten, die durchaus schützen können, dennoch sollte man sich klar darüber sein, dass keine Methode zu hundert Prozent Sicherheit geben kann. Worauf es ankommt, welche Maßnahmen Schutz vor Zecken bieten und was zu tun ist, wenn es einen doch erwischt – das haben wir hier kurz zusammengefasst.

Am allerbesten:

Zeckenbisse vermeiden. Nicht immer ist das möglich, aber man kann dabei nachhelfen:
  • Den Aufenthalt im hohen Gras oder im Unterholz vermeiden.
  • Geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen tragen, die Socken über die Hosenbeine ziehen.
  • Helle Kleidung tragen: So lassen sich Zecken leichter erkennen und können entfernt werden, bevor es zum Zeckenbiss kommt.
  • Insektenabweisende Mittel können helfen, sich vor Zecken und anderen Parasiten zu schützen.
  • Nach einem Waldausflug sollte das obligatorische Absuchen nach Zecken zur Routine gehören: Besonders genau sollte man an Kniekehlen, Bauch- und Brustbereich sowie in der Leistengegend hinschauen.  

Wenn es passiert ist: Schnell sein, aber keine Panik

Wichtig ist, schon festgesaugte Zecken so bald wie möglich zu entfernen − auf jeden Fall noch am selben Tag. Damit senkt man vor allem das drohende Risiko einer Infektion mit Borrelien, die am häufigsten in einheimischen Zecken auftretenden Krankheitserreger. Sie werden in den ersten 24 Stunden des Zeckenbisses mit eher geringer Wahrscheinlichkeit übertragen, danach aber steigt das Risiko einer Infektion stark an.

Um eine Zecke sicher und vollständig zu entfernen,

empfehlen sich erstens Ruhe und zweitens eine Zeckenzange oder etwas ähnliches. Im Zweifelsfall lieber warten, bis man ein geeignetes Werkzeug besorgen kann, bevor man es mit den Fingernägeln versucht. Folgendes sollte man generell beachten:
Befindet sich die Einstichstelle an einer schwer erreichbaren Stelle, eine zweite Person um Hilfe bitten; unkontrolliertes Drücken und Ziehen motiviert das Tier dazu, vermehrt Speichel in die Bissstelle abzugeben – und damit häufig auch mehr Krankheitserreger.
Egal ob die Zecke mit einem Werkzeug oder den Fingern entfernt wird: Möglichst hautnah zupacken, die Zecke nicht quetschen und langsam und kontrolliert herausziehen.
Die Einstichstelle nachkontrollieren: Bei zurückgebliebenen Resten der Zecke handelt es sich meist um Teile der Mundwerkzeuge, die mit der Zeit vom Körper abgestoßen werden. Ist allerdings (was selten der Fall ist) der komplette Kopf in der Wunde geblieben, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Die Einstichstelle mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe desinfizieren.
Gründlich den Körper auf weitere Plagegeister absuchen, denn: Eine Zecke kommt selten allein.
Besonders wichtig: Sollte eine Rötung um die Einstichstelle nicht verschwinden oder sich sogar ausbreiten, einen Arzt konsultieren. Die Bissstelle sollte auch in den kommenden zwei Wochen immer wieder auf eine Rötung bzw. einen kreisrunden Rahmen hin untersucht werden – diese sogenannte Wanderröte ist ein sicheres Zeichen für eine Borrelien-Infektion, die vom Arzt mit speziellen Antibiotika behandelt werden muss. 

Neben der Infektion mit Borrelien,

die im Nachhinein behandelt werden kann, ist es vor allem die oben genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis, die Zeckenbisse gefährlich macht. FSME ist eine schwerwiegende Erkrankung und äußert sich meist als Hirnhautentzündung, sie kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Medikamente gegen das FSME-Virus gibt es nicht – allein eine Impfung bietet Schutz. Da die FSME vor allem in sogenannten FSME-Risikogebieten in der Südhälfte Deutschlands vorkommt, empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) Menschen in diesen Regionen eine vorbeugende Impfung. Im Gegensatz zur Borreliose ist die FSME aber eine eher seltene Erkrankung – erste Infektionen wurden aber inzwischen auch aus Norddeutschland und den Niederlanden gemeldet.

Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Bernsteinkette:

Alternative Mittel zur Zeckenabwehr gibt es als Hausmitteltipp immer mal wieder. In den meisten Fällen liegen allerdings keine wissenschaftlichen Studien vor, die eine Wirksamkeit belegen, und auch die
Erklärungsversuche der Wirkungsweisen sind selten schlüssig. Deshalb sollte die Regel gelten: Als Abwehrversuch gegen Zeckenbisse kann man diese Ratschläge gern beachten, einen Ersatz für Impfung oder Antibiotika können sie im Zweifelsfall allerdings nicht sein – denn die möglichen Folgeschäden wiegen zu schwer.
Für eine weitere Beratung stehen wir Ihnen jederzeit vor Ort zur Verfügung. Ihr Apothekenteam.

Wie hieß denn noch diese Krankheit …? Demenz – erkennen und vorbeugen

 width=Wohl fast jedem wird ein wenig mulmig bei dem Gedanken, mit dem Älterwerden irgendwann an Demenz oder Alzheimer zu erkranken – denn das, was wir sind, was wir wissen und gelernt haben im Laufe unseres Lebens, das macht uns schließlich aus, das macht uns zu einem guten Teil zu dem Menschen, der wir eben sind. Aber ist es schon ein erstes Anzeichen, wenn ich gerade mal nicht weiß, wo meine Brille ist? Muss ich mir Sorgen machen, wenn mir der Vorname der Tochter der Nachbarin nicht einfällt oder was ich noch auf den Einkaufszettel schreiben wollte? 

Natürlich nicht – oder jedenfalls nicht immer und sofort. Ohne einer fachlichen Diagnose vorzugreifen: Lassen Sie uns an dieser Stelle doch schon mal einen ersten Blick auf ein paar Fakten werfen, wenn es um das Thema Altersdemenz geht.

Natürlich:

Wenn Vergesslichkeit zunimmt, kann das auf eine beginnende Demenz hindeuten. Aber nicht immer, denn hinter einem nachlassendem Denkvermögen können auch andere Ursachen stecken. Im Alltag lässt unser Gedächtnis junge wie alte Menschen immer mal wieder im Stich, und auch wenn es manchmal nervig ist, erfüllt das Vergessen an sich durchaus wichtige Funktionen für die Gedächtnisleistung. Denn unser Gehirn filtert aus der Flut der Daten heraus, was für einen Menschen wesentlich ist, Unwichtiges wird aussortiert. So entsteht immer wieder Raum für neue Dinge, die wir uns merken können. Informationen, die das Gehirn lange erhalten möchte, gelangen ins Langzeitgedächtnis. Was nur kurzfristig benötigt wird, wie eben die Einkaufsliste, wird vorübergehend im Kurzzeitgedächtnis abgelegt … und dann wieder vergessen. Warum auch sollten wir uns daran erinnern wollen, was wir vor vier Wochen aus dem Supermarkt getragen haben? 
Die normale Gedächtnisleistung unterliegt je nach Situation und persönlicher Verfassung immer mal wieder größeren Schwankungen. Das Vergessen von Namen, von Gegenständen, von Vorhaben oder Terminen, von Lerninhalten oder von Gesichtern – all das ist erstmal normal und hängt von der Wichtigkeit der Information ebenso ab wie von unserer psychischen und physischen Verfassung. Und auch der Trainingsstand unseres Gehirns ist von Belang – wer sich jeden Tag Dinge merken muss, etwa im Beruf, ist dabei sicher im Vorteil gegenüber jenen, die einen Großteil ihrer Zeit vor dem Fernseher verbringen. Und auch Schlafmangel, erhöhter Stress, Zeitdruck, psychische Belastungen, aber auch positive Ablenkung, wie etwa Verliebt sein, können die geistige Leistungsfähigkeit kurzzeitig negativ beeinflussen. Positiv wirken sich zum Beispiel eine aktive, gesunde Lebensweise aus, ausreichend Flüssigkeit, genügend Nährstoffe und viel Sauerstoff.

Alarmierend wird es,

wenn sich deutliche mentale Leistungsstörungen abzeichnen, wenn die Gedächtnisprobleme über Monate anhalten und weitere geistige Ausfälle dazukommen. Zu den am meisten gefürchteten Ursachen zählen dann Demenzerkrankungen aufgrund von Hirnabbauprozessen, wie etwa bei der Alzheimer Krankheit, oder die sogenannten vaskulären Demenzen, bei denen Durchblutungsstörungen das Gehirn dauerhaft schädigen. Bei einer krankhaften Demenz gehen nicht nur Erinnerungen und Merkfähigkeiten verloren, sondern im Verlauf auch erlernte komplexe Fähigkeiten und Techniken, in fortgeschrittenem Stadium können  auch Körperfunktionen ausfallen. Erste Anzeichen sollten deshalb ernst genommen werden: Das Denkvermögen nimmt ab, der Gedächtnisschwund schreitet voran und die Persönlichkeit verändert sich nachhaltig – dann sollte fachlicher Rat eingeholt werden.

Warnzeichen für eine beginnende Demenz können unter anderem sein:

  • Besonders das Kurzzeitgedächtnis lässt auffallend nach.
  • Den Betroffenen fallen selbst alltägliche Wörter nicht mehr ein, sie verlaufen sich auch in bekannten Umgebungen, häufig wissen sie Uhrzeiten oder Tage nicht mehr.
  • Neues zu lernen fällt zunehmend schwer oder gelingt gar nicht mehr.
  • Geistige und praktische Fähigkeiten, die bisher noch problemlos abrufbar waren, bereiten plötzlich Schwierigkeiten: Der Mathematikprofessor schafft einfache Rechenaufgaben nicht
    mehr, der Hobbykoch lässt ständig den Reis anbrennen oder das Klavierspiel klappt nicht mehr.
  • Auch die Persönlichkeit verändert sich: Die Betroffenen sind entweder depressiv verstimmt, antriebslos, erschöpft oder unruhiger und aggressiver als früher. Ihr Urteilsvermögen lässt nach, sie regen sich über unwichtige Begebenheiten auf, bleiben bei erschütternden Ereignissen dagegen völlig ungerührt.
  • Der Alltag wird durch die Gedächtnisschwächen mehr und mehr beeinträchtigt. Angehörige und Freunde bemerken die Probleme eher als die Betroffenen selbst, die sie oft nicht wahrhaben wollen.
  • Oft kann (und sollte!) der Hausarzt mit relativ einfachen Tests feststellen, ob Anzeichen für eine Demenz vorhanden sind. Beim Neurologen oder in einer Gedächtnisambulanz folgen weitere umfangreiche Untersuchungen und Tests.
Aktiv bleiben, sich gesund ernähren, das Gehirn auf Trab halten, und sei es mit Kreuzworträtseln oder Sudoku – all das kann helfen, auch in höherem Alter geistig fit zu bleiben. Wenn aber über einen längeren Zeitraum Beeinträchtigungen erkennbar werden, sollte erster fachlicher Rat beim Arzt oder Apotheker gesucht werden. Der Verlauf vieler Formen von Demenzerkrankungen lässt sich mit geeigneten Therapien wenn schon nicht völlig stoppen, so doch zumindest effektiv verlangsamen. Aus Angst vor der Diagnose zögern allerdings viele Betroffene einen notwendigen Arztbesuch hinaus und versuchen, erste Warnzeichen zu ignorieren. Dabei birgt frühzeitiges Handeln gerade bei Demenzerkrankungen die besten Chancen, die Lebensbedingungen noch lange fast ohne Einschränkungen aufrecht zu erhalten.

Die tägliche Mikro-Schlacht: So arbeitet unser Immunsystem

 width=Vom Immunsystem ist nicht nur im Moment viel die Rede, sondern eigentlich immer dann, wenn unser Körper sich gegen körperfremde Organismen zur Wehr setzen muss. Denn tatsächlich versuchen ständig verschiedenste Erreger in unseren Körper einzudringen – allerdings fast immer ohne Erfolg. Normalerweise nämlich arbeitet die körpereigene Abwehr des Menschen so effektiv, dass  die meisten Infektionen völlig unbemerkt bleiben. Manchmal braucht die Körperabwehr etwas länger, und völlig ohne Beschwerden läuft der Prozess dann nicht mehr ab: Wir haben zum Beispiel Husten, Schnupfen oder Fieber. So lästig diese Symptome sind: Sie sind Teil des Abwehrmechanismus und dienen dazu, den Körper von Erregern zu befreien. Aber was ist das denn nun eigentlich, das Immunsystem? Und wo ist es? Was kann es, und was nicht? Und was braucht es, um seine Aufgaben optimal zu erfüllen? Wir haben zusammengefasst, wie die Körperabwehr im großen und Ganzen funktioniert – oder im Zweifelsfall eben auch nicht.

Immunsystem – was ist das?

Zum Immunsystem gehören Organe und Organteile, einzelne Zellen und auch diverse Botenstoffe. Wichtige Bestandteile sind zum Beispiel:
Die Haut und Schleimhäute, zum Beispiel von Nase, Rachen und Darm: Denn die bilden oft eine Eintrittspforte für die Erreger, und entsprechend finden hier bereits erste Abwehrreaktionen statt. Außerdem werden zum Immunsystem gezählt die Lymphknoten und Lymphbahnen, das Knochenmark, der Thymus und die Mandeln.
Auf Ebene der Zellen sind die verschiedenen weißen Blutkörperchen Protagonisten unseres Abwehrsystems, dazu zählen unter anderem: Granulozyten, Monozyten und Makrophagen, B-und T-Lymphozyten. Muss man sich nicht merken, aber alle diese Zelltypen haben letztlich die Aufgabe, Feinde im Körper zu erkennen, zu markieren und am Ende unschädlich zu machen.

Immunsystem – wie funktioniert das?

Im Wesentlichen gibt es drei Bereiche oder Stufen des Immunsystems: Anatomische Barrieren, die angeborene Abwehr und die erworbene Abwehr. 
Die erste Stufe bilden die anatomischen Grenzen nach außen: Ob Haut, Schleimhäute, Nasenhaare oder die Flimmerhärchen auf der Bronchialschleimhaut – als erste Instanz der Abwehr halten sie die gröbsten Angriffe von außen ab. Und auch die Magensäure gehört zu diesem System, sie macht Keime unschädlich, die über die Nahrung in den Körper gelangen. 

Wo das nicht reicht, greift die zweite Stufe:

Die sogenannte angeborene Abwehr, häufig auch als natürliche Abwehr bezeichnet. Sie besteht besteht aus den Fresszellen, von denen oben schon die Rede war – Makrophagen und Monozyten zum Beispiel, und auch im Blut gelöste Eiweiße mit eigener Abwehrfunktion zählen dazu. Die Abwehrzellen werden über chemische Botenstoffe angelockt und sind auch bei Wunden oder einem Infektionsherd schnell am Ort des Geschehens.
Diese Form der körpereigenen Abwehr wird auch unspezifische Abwehr genannt – denn eine Analyse vorab, um welchen Angreifer es sich genau handelt, findet nicht statt. Stattdessen wird nach der Hau-Drauf-Methode gearbeitet, Eindringlinge aller Couleur werden einfach von den Fresszellen umschlossen und nach und nach abgebaut.

Die dritte Stufe:

Um schneller auf wiederkehrende Bedrohungen reagieren zu können, gibt es, als dritte Stufe, die erworbene oder spezifische Abwehr. Wichtigster Bestandteil sind bestimmte weiße Blutkörperchen, die B-Lymphozyten. Sie entstehen im Knochenmark. Sie sammeln sich später in den Lymphknoten und der Milz, von wo aus sie dann im Fall eines Angriffs schnell einsatzbereit sind. Die Arbeitsweise ist wesentlich differenzierter als bei unseren Fresszellen von eben: B-Lymphozyten bilden genau passende Abwehrstoffe gegen eine bestimmte Art von Erregern – die sogenannten Antikörper. Diese Antikörper binden sich an den jeweiligen Erreger und markieren ihn damit, so dass er von den Fresszellen gezielt und effektiv unschädlich gemacht werden kann. B-Zellen merken sich die Beschaffenheit der jeweiligen Erreger – bei einer erneuten Infektion kann der Körper dann im Handumdrehen passende Antikörper produzieren und sich wirksam verteidigen. Diese Art der Abwehr muss jedoch erlernt werden, und in der Regel dauert es ein paar Tage, bis die spezifische Abwehr voll einsatzbereit ist – das ist die Phase, in der wir uns nach einer Ansteckung krank fühlen. Der Schutz bleibt dann aber durch das immunologische Gedächtnis über viele Jahre bestehen. Nach diesem Prinzip arbeiten übrigens auch die meisten Impfstoffe: Mit einem harmlosen Scheinangriff wird der Körper dazu gebracht, seine spezifische Abwehr aufzubauen – und ist dann, wenn eine wirkliche Erreger-Attacke erfolgt, schon bestens gerüstet. 

Immunsystem – was braucht es?

Man kann ziemlich einfach dazu beitragen, dass das Immunsystem seinen komplexen Aufgaben gerecht wird und uns vor Infektionen und Krankheiten schützt. Wichtig ist vor allem eine ausgewogene Ernährung, vor allem frisches Obst und Gemüse spielen eine wichtige Rolle – denn darin sind die für das Immunsystem essentiellen Vitamine A, C und E enthalten. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass der Bedarf an Eisen und Zink mit der Ernährung abgedeckt ist, im Zweifelsfall auch über Präparate zur Nahrungsergänzung. Und ganz allgemein gilt, was auch sonst gesund ist – viel Bewegung, frische Luft und ausreichend Schlaf einerseits, und möglichst wenig Stress, Alkohol und Nikotin auf der anderen Seite.