Gesundheitsnews

2020 müssen wir stark sein: Novemberblues in extra-fies

 width=Dass der düstere November mit Kälte, Dunkelheit und Schmuddelwetter den Menschen aufs Gemüt schlagen kann, das hört man jedes Jahr wieder – vom Herbst- oder Novemberblues ist dann die Rede. Viele Menschen reagieren auf das nasskalte, trübe Wetter mit Stimmungsschwankungen und starker Müdigkeit. Wenn diese Symptome einige Wochen anhalten, spricht man von einer saisonal auftretenden Störung des Gefühlslebens (oder seasonal affective disorder, kurz SAD). Und in diesem Jahr kommen auch noch weitere düstere Aussichten hinzu, zumindest befürchten das viele: Denn während normalerweise auch der dunkelste November irgendwann in den glitzernden Advent übergeht, man sich auf Weihnachtsmärkten amüsiert und sich vergnügt durch rappelvolle Innenstädte schiebt, wird es 2020 voraussichtlich etwas anders laufen. Ob und wie Weihnachtsmärkte stattfinden können ist nicht sicher, und ob das mit dem Weihnachtseinkauf klappen wird … naja, das werden wir sehen. All das zusammen birgt durchaus das Potenzial, auch robusteren Charakteren die Laune zu verderben, bis hin zur so genannten Herbstdepression eben. Woran aber erkennt man, ob man vielleicht mal einen schlechten Tag hat oder die Sache doch ernst nehmen sollte? Und wenn – was kann man tun? Hier ein Paar Fakten und ein paar Tipps:

Zu den typischen Symptomen einer Herbstdepression gehören Antriebslosigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche und eine gedrückte, melancholische Stimmung

Außerdem können physische Beschwerden wie Magen- oder Rückenschmerzen auftreten. Das saisonale Tief unterscheidet sich aber erheblich von einer länger anhaltenden Depression: Bei einer richtigen Depression leiden Betroffene über mehrere Monate hinweg unter Schuldgefühlen, extremen Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Im Gegensatz dazu gehören beim Herbstblues eher ein erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger oder Gewichtszunahme zu den Symptomen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,

Psychotherapie und Nervenheilkunde leidet beinahe jeder dritte Bundesbürger in der kalten Jahreszeit unter einem Stimmungstief. Zu den Hauptursachen für die depressive Stimmung zählt vor allem die mangelnde Tageslichtzufuhr. Wenn man die Wohnung frühmorgens in der Dunkelheit verlässt und dann den ganzen Tag im Büro verbringt, kann der Körper nur wenig Sonnenlicht tanken. Der Lichtmangel hemmt die Produktion von Endorphinen im Körper, die sich positiv auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden auswirken.
Eine weitere Folge der geringen Lichtzufuhr ist ein Vitamin-D-Mangel. Je weniger UV-B-Strahlen auf die Haut fallen, desto weniger Vitamin D wird produziert. Der Körper muss nämlich etwa 80 Prozent des wertvollen Vitamins selbst in der Haut bilden – nur zwischen 10-20 Prozent des benötigten Bedarfs kann über die Ernährung aufgenommen werden. Die Folgen des Vitaminmangels sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und schlechte Stimmung.

Das hilft: Tipps gegen Herbstdepression

Die gute Nachricht ist: Einen aufkommenden Herbstblues kann man oft mit recht einfachen Maßnahmen in den Griff bekommen. Vitamin-D-Mangel zum Beispiel lässt sich mit einem täglichen Spaziergang an der frischen Luft deutlich lindern. Viele Studien belegen, dass ein zwanzigminütiger Spaziergang in der Wintersonne ausreicht, um den Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. In der Mittagspause eine Runde um den Block, die letzte Busstation zu Fuß und kurze Wege mit dem Rad – mehr im Freien zu bewegen ist ganz einfach. Reicht das nicht, kann man außerdem eine Tageslichtlampe mit UV-B-Strahlung anschaffen. Experten bezeichnen diese Vorgehensweise, die vor allem im winterlich dunklen Skandinavien weit verbreitet ist, als „Lichttherapie“. Je mehr UV-B-Strahlen auf die Haut fallen, desto wacher und aufmerksamer fühlen wir uns. Der Körper wird durch die Bestrahlung zur Ausschüttung des „Glückshormons“ Serotonin angeregt und produziert gleichzeitig weniger Melatonin. Das Schlafhormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und ist für das Gefühl von Müdigkeit verantwortlich.

Eine weitere effektive Möglichkeit,

um gegen eine Depression im Herbst anzugehen, ist die richtige Ernährung. Chili zum Beispiel enthält das natürliche Alkaloid Capsaicin (CPS), das durch seinen Schärfereiz schnell Endorphine im Körper freisetzt. Ebenso hilft Magnesium dabei, eine depressive Stimmung einzudämmen: Der Mineralstoff ist an zahlreichen Stoffwechselreaktionen beteiligt, beispielsweise an der Bildung von Serotonin. Norwegische Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen magnesiumreicher Kost und der Erkrankung an einer Depression heraus. In der „Hordaland Health-Studie“ zeigte sich ein negativer Zusammenhang zwischen der Magnesiumaufnahme und den standardisierten Depressionsskalen: Je mehr Magnesium die Befragten zu sich nahmen, desto geringer waren die Anzeichen für eine Depression. Aus diesem Grund scheint es sinnvoll, in der dunklen Jahreszeit verstärkt auf Nahrungsmittel mit hohem Magnesiumanteil zu setzen. Dazu gehören beispielsweise Bananen, Nüsse oder Linsen.

Es ist recht gut nachgewiesen,

dass man mit Sport Depressionen entgegenwirken kann – unabhängig von Alter und Gewicht. Das zeigt eine Studie, die im „American Journal of Psychiatry“ veröffentlicht wurde. „Die Auswertung der Daten konnte belegen, dass Teilnehmer, die sich nur wenig bewegten, ein größeres Risiko hatten, eine Depression zu entwickeln, als die Teilnehmer, die eine hohe körperliche Aktivität aufwiesen“, heißt es in der Studie. Sportliche Betätigung ist also offenbar wirksames Mittel, um depressiver Stimmung im Herbst entgegenzuwirken.

Generell ist Aktivität, in welcher Form auch immer, dem so genannten Couching vorzuziehen:

Auf dem Sofa bleiben und sich die Tristesse da draußen mit dem Fernseher vom Leib halten zu wollen, funktioniert bestenfalls für den Augenblick. Ist die Sendung oder der Film vorbei, kehrt der Blues zurück, und wahrscheinlich stärker als vorher.

Normalerweise ist ein Herbstblues nach ein paar Tagen, schlimmstenfalls ein oder zwei Wochen vorbei. Wer über längere Zeit das Gefühl hat, traurig und antriebslos zu sein, sollte schon mal seinen Arzt oder Apotheker fragen – hier gibt es Rat und Hilfe. Und irgendwann, soviel ist sicher, kommen Licht und Wärme ja zurück. Bis dahin: Halten Sie durch!

 

Wahrheit oder nicht? Der Erkältungsmythen-Check

 width=Beim Thema Erkältung sind wir umgeben von Experten: Oma setzt auf Orangensaft, Tante Heidi rät zu Hühnersuppe und Nachbar Siegfried setzt auf Sauna. Und auch die Ermahnungen von früher klingen uns manchmal noch leise in den Ohren: Setz die Mütze auf, mach den Mund beim Atmen zu oder nicht die Nase hochziehen, das haben wir alle schon gehört. Auch wenn die Ratschläge sicher gut gemeint waren, ist da wirklich etwas dran? Die bekanntesten Erkältungsmythen haben wir uns einmal näher angeschaut – hier erfahren Sie, was eher richtig ist und welche Tipps man besser ignorieren sollte.

Erkältung kommt von Kälte

Im Winter mit nassen Haaren vor die Tür zu gehen oder frierend vom Herbstspaziergang nach Hause zu kommen, galt lange Zeit als sicheres Mittel, sich eine Erkältung einzufangen. Klingt erstmal logisch, ganz so einfach ist es aber nicht. Richtig daran ist, dass Kälte unsere Immunabwehr schwächen kann. Krankheitserreger, die Erkältungen hervorrufen – in den meisten Fällen Viren – haben leichteres Spiel, wenn uns kalt ist. Auslöser der Infektion bleibt aber dennoch der Erreger, den man sich von anderen einfängt. Zugespitzt heißt das, dass man alleine im Wald vor sich hin frieren kann, was sicher weder angenehm noch gesund ist – eine Erkältung bekommt man allein davon jedoch nicht.

Orangen schützen vor Erkältung

Orangen enthalten viel wertvolles Vitamin C. Das wiederum erfüllt verschiedene Schutzfunktionen im Körper. Nehmen wir nicht ausreichend Vitamin C zu uns, wird das Immunsystem geschwächt. Durch Stress und eine einseitige, nährstoffarme Ernährung kann der Bedarf unter Umständen nicht gedeckt werden. In diesen Fällen kann es tatsächlich sinnvoll sein, die Versorgung mit Vitamin C und damit auch das Immunsystem mit einem Nahrungsergänzungsmittel zu unterstützen. Im Normalfall reicht eine ausgewogene Ernährung aber aus, unseren Bedarf an Vitamin C zu decken – und alles darüber hinaus wird vom Körper sowieso wieder ausgeschieden. Vom Orangen-Essen sollte das aber niemanden abhalten, denn gesund sind sie trotzdem.

Die Nase nicht hochziehen

Kinder werden häufig dazu ermahnt, ein Taschentuch zu benutzen, anstatt das Nasensekret geräuschvoll in der Nase hochzuziehen. Häufig schnäuzen die Kleinen dann mit aller Kraft in das Tuch – das ist jedoch alles andere als sinnvoll. Durch den hohen Druck, der beim Naseschnäuzen entsteht, können die Krankheitserreger in die Stirn- und Nasennebenhöhlen gepresst werden und dort Entzündungen verursachen. Außerdem werden auf Dauer die Nasenschleimhäute strapaziert, die austrocknen und dadurch einreißen können. Also: Nase hochziehen ist medizinischer Sicht ausdrücklich erlaubt! Wem das dennoch zu unappetitlich ist, der sollte sanft ein Nasenloch nach dem anderen ausblasen. Übrigens: Ein benutztes Taschentuch sollte man dann sofort entsorgen – denn die im Nasensekret enthaltenen Erkältungsviren können vom Taschentuch auf die Hand übergehen und andere Menschen anstecken.

Küssen ist gut für das Immunsystem

Das stimmt leider nicht ganz. Richtig ist: Beim Küssen werden durch den ansteigenden Puls Glückshormone wie Serotonin, Dopamin und Adrenalin ausgeschüttet. Und die unterstützen das Immunsystem. Richtig ist aber auch: Die hoch ansteckenden Erkältungsviren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Wenn wir unsere Liebsten küssen, ist es also ziemlich wahrscheinlich, dass wir sie mit unserer Erkältung anstecken. Das kennen besonders Familien mit Kindern, in denen nach der ersten Erkältung eines Familienmitglieds bald alle flachliegen.

Beim Niesen die Hand vor den Mund halten

Weil Mama uns immer dazu ermahnt hat, halten wir auch heute noch beim Niesen oder Husten die Hand vor den Mund. Dabei ist das der sicherste Weg, andere anzustecken und erreicht in der aktuellen Corona-Lage natürlich noch einmal ein neues Level an Brisanz. Die im Nasensekret und Speichel enthaltenen Erkältungsviren gelangen so beim Niesen auf die Hände. Wäscht man sie dann nicht direkt im Anschluss, berühren sie z. B. Türklinken, Kaffeemaschinen oder andere Hände und verbreiten so die Krankheitserreger. Besser ist: In die Armbeuge niesen oder husten, notfalls auch ins Taschentuch – dann aber wiederum ans Händewaschen denken!

Viel Trinken hilft bei Erkältung

Trinken, trinken, trinken – so lautet ein gut gemeinter Ratschlag bei Erkältungen. Und da ist durchaus etwas dran: Die Erkältung verschwindet dadurch zwar nicht schneller, aber die Erkältungssymptome werden gelindert. Ob Hühnersuppe, heiße Milch mit Honig, Ingwertee oder ein Aufguss mit Kamille – die Wärme tut Rachen und Körper gut. Bei Husten empfiehlt sich beispielsweise ein Thymian-Sud, der den Schleim löst, bei Fieber ein temperatursenkender Aufguss mit Lindenblüten oder Holunder. Trotzdem sollte man nur so viel trinken, wie es dem Durstgefühl entspricht.

Kein Stress

Manchmal aber erwischt uns die Erkältung trotz aller Vorsicht nun mal doch – und nicht selten in oder direkt nach beruflich oder privat herausfordernden Phasen. Denn anhaltender Stress schwächt das Immunsystem, unbekannte oder besonders aggressive Krankheitserreger können dann nicht mehr erfolgreich bekämpft werden. Besonders, wenn die Erkältung schon da ist, ist deshalb Ruhe angesagt. Wer schniefend und hustend sein normales Tagespensum im gewohnten Galopp absolviert, braucht meist länger, um gesund zu werden, und manchmal verschlimmert sich die eigentlich harmlose Erkrankung auch. Ein oder zwei Tage Ruhe sind tatsächlich fast die beste Medizin.

Bewegung – in Maßen

Auch Sport ist in gewisser Hinsicht Stress für den Körper. Durch die zusätzliche Beanspruchung kann die Genesung verzögert werden. Wenn sich eine Erkältung anbahnt oder wir bereits erkrankt sind, sollten wir bis zum Abklingen des Infekts auf Sport verzichten. Schonung bedeutet aber nicht zwangsläufig auch Bettruhe. Wenn Sie sich müde und schlapp fühlen oder gar Fieber haben, sollten Sie sich viel Schlaf und Erholung gönnen. Fühlen Sie sich hingegen ausgeruht, aber die Nase läuft und der Hals kratzt noch, ist ein Spaziergang an der frischen Luft oft wohltuender.

 

Gruselig? Gesund! Oktober ist Kürbiszeit

 width=Der Kürbis ist nicht nur größenmäßig der unbestrittene König der Herbstsaison. Sieht man die ersten Vertreter dieser sortenreichen Sippe im Gemüseregal oder mit Grimasse in den Schaufenstern auftauchen, darf man sicher sein: Der Herbst ist da. Aber es lassen sich nicht nur prima Grusel-Gesichter reinschnitzen, der Kürbis ist auch noch ein ausgesprochen gesunder Begleiter in der kälter werdenden Jahreszeit.

So anspruchslos er in der Aufzucht ist, desto vielseitiger lässt er sich verwenden:

Der Kürbis ist eine der dankbarsten Gemüsesorten überhaupt, und wer ihn selber im Garten zieht, hat mit wenig Aufwand eine ebenso üppige wie gesunde Ernte. Nicht nur sein Fruchtfleisch, auch seine Samen und deren Öl haben es in sich. Der Kürbis ist rein botanisch gesehen zwar eine Beere, trotzdem bringen es die größten Exemplare bis auf sagenhafte 450 Kilogramm.
Aus gesundheitlicher Sicht sind vor allem seine Samen (nicht ganz korrekt meist als Kerne bezeichnet) interessant. Aber auch sein Fruchtfleisch kann mit gesunden Inhaltsstoffen punkten – und ist darüber hinaus vielseitig in der Küche einsetzbar. Ein weiterer Pluspunkt: Viele Kürbissorten (darunter Hokkaido oder Butternuss) lassen sich gut lagern. Obwohl die Gewächse im Herbst Hochsaison haben, lassen sie sich noch länger genießen, denn Kürbisse halten sich an einem kühlen Ort, wie beispielsweise im Keller, mehrere Monate lang. Erst wenn die Schale dunkle Stellen bekommt und weich wird, sollte der Kürbis entsorgt werden.

Kürbisfleisch besteht zu 80 bis 95 Prozent aus Wasser und enthält entsprechend wenig Kalorien

nämlich nur durchschnittlich 26 Kcal pro 100 Gramm. Dennoch sättigt es gut – dank vieler unlöslicher Ballaststoffe. In der traditionellen Pflanzenheilkunde gilt Kürbisfleisch außerdem als harntreibend und dadurch als entwässernd. Vor allem die Kürbissorten, deren Fruchtfleisch satt-orangefarben oder -grün ist, enthalten viel Beta-Carotin. Außerdem stecken weitere  wertvolle Substanzen in der Gartenfrucht: Eiweiß natürlich, aber auch Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium, B-Vitamine, Vitamin C und Folsäure.
Kalium ist unter anderem für die Erregbarkeit von Nervenzellen wichtig. Eisen brauchen wir vor allem für den Sauerstofftransport im Körper. Der hohe Gehalt an Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann, ist verantwortlich für die orange Färbung des Fruchtfleisches. Vitamin A ist unter anderem wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute. Kürbis-Sorten, die sich roh genießen lassen (wie der süßliche Moschuskürbis), enthalten gegenüber gekochten Kürbissen am meisten wertvolle Inhaltsstoffe und eignen sich zum Beispiel als Zutat für Rohkost oder herbstliche Salate. Übrigens: In Sachen Beta-Carotin, Vitamin C und Vitamin B6 lässt der Hokkaido-Kürbis die Konkurrenz weit hinter sich.

Gesunde Knabberei und wertvolles Öl: Kürbiskerne

Die dunkelgrünen bis schwarzen Samen des Kürbisses wirken unscheinbar, haben es aber in sich: Sie bestehen zur Hälfte aus Fett und sind darum nicht eben kalorienarm. Gleichzeitig enthalten sie aber auch ein gutes Drittel Eiweiß (das sättigt) und viel Kalium, Magnesium, Zink sowie die Vitamine A, B, D und E. Sie sind roh und geröstet erhältlich.

Das Öl,

das aus den Samen gepresst wird, ist tiefgrün und dickflüssig. Für die Gesundheit interessant ist nur die kaltgepresste Variante. In ihr stecken hauptsächlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren, vor allem Linolsäure. Sie sind wertvoll für die Gesundheit (vor allem für die Gefäße), bewirken allerdings, dass das Öl recht schnell ranzig wird. Kürbiskernöl sollte nicht erhitzt, kühl und dunkel gelagert und relativ zügig verbraucht werden.

In der modernen Pflanzenheilkunde kommt Kürbissamen eine nicht unerhebliche Bedeutung zu

Sie kräftigen nachweislich die Harnblase, lindern übermäßigen Harndrang und halten die Reizschwelle der Blase stabil. Damit sind sie bei vielen Beschwerden ein bewährtes Hausmittel. Ihre günstige Wirkung auf die Vorsteherdrüse konnte in klinischen Tests (mittels Zellkulturen) nachgewiesen werden. Im Rahmen einer Prostata-Therapie kommen normalerweise rezeptfreie Fertigpräparate in Kapsel- oder Tablettenform zum Einsatz. Sie enthalten den Trockenextrakt aus Kürbissamen oder -öl. Wer stattdessen das Naturprodukt pur einnehmen möchte, kann – in Absprache mit seinem Arzt – zehn Gramm zerkleinerte Kürbissamen täglich zu sich nehmen.

 

Was ist besser bei die Fische: Margarine oder Butter?

 width=Die drei wichtigsten Geheimnisse der französischen Küche sollen lauten: Butter, Butter und nochmals Butter. Und tatsächlich tut – geschmacklich betrachtet – ein Löffel Butter vielen Gerichten ausgesprochen gut, denn Fett als ihr wichtiger Bestandteil ist ein hervorragender Geschmacksträger. In Deutschland allerdings hat Butter hat einen eher fragwürdigen Ruf: Sie soll dick machen, den Cholesterinspiegel erhöhen und dazu führen, dass die Blutgefäße verstopfen. Gesundheitsbewusste Menschen greifen daher oft zur vermeintlich gesünderen Alternative: zur Margarine. Ist aber das pflanzliche Streichfett tatsächlich gesünder?

Am Frühstückstisch zumindest herrscht oft Uneinigkeit:

Zwischen denjenigen, die sich Pflanzenöl in Form von Margarine auf die Stulle streichen – und anderen, die stattdessen eher auf Butter setzen. Was aufs Brot kommt, entscheidet der individuelle Geschmack, klar – aber auch gesundheitliche Aspekte spielen bei der Wahl des Brotaufstrichs eine Rolle. Hartnäckig hält sich etwa die Behauptung, Butter mache dick und verstopfe die Gefäße. Butter-Fans entgegnen dann gern, Margarine sei ein Industrieprodukt und enthalte ungesunde Transfettsäuren. Tja – was stimmt denn nun?

Zunächst lohnt ein Blick auf die Herstellung – denn obwohl Butter und Margarine fast identisch aussehen,

sind es zwei grundverschiedene Produkte: Butter ist reines Milchfett. In ihr stecken, zumindest in kleinen Dosen, durchaus viele Nährstoffe, die wir brauchen: etwa die Vitamine A, D, E und  K sowie der Mineralstoff Kalzium. Der Rahm aus 12,5 Litern Frischmilch ist nötig, um ein Pfund Butter herzustellen. Er wird erhitzt, abgekühlt und im Anschluss verbuttert. Bei diesem Prozess trennen sich die Butterkörner von der Buttermilch ab, werden geknetet, geformt und abgepackt. Dasselbe passiert übrigens in der heimischen Küche, wenn Sahne zu lange mit dem Rührgerät bearbeitet wird: Die Masse fällt in sich zusammen, und die Butter flockt aus.

Margarine mutet auf den ersten Blick natürlich an – ist allerdings ein reines Industrieprodukt,

In ihr stecken pflanzliche Öle, Fette und Wasser, die mithilfe von Emulgatoren zu einer homogenen Masse verrührt werden. Für Geschmack und Farbe sorgen Salz, Säuerungsmittel und der Farbstoff Beta-Carotin. Häufig werden noch Vitamine zugesetzt, etwa A, E und D. Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau, wird aber auch vom Körper unter Einfluss von Sonnenlicht gebildet. Eine Extrazufuhr über die Nahrung ist nicht zwingend nötig, kann aber sinnvoll sein – etwa für ältere Menschen oder solche, die krankheitsbedingt kaum ans Tageslicht kommen.
Pflanzenöle sind flüssig. Damit sie nicht vom Brot fließen, werden sie bei der Margarineherstellung gehärtet. Noch vor einigen Jahren entstanden dabei große Mengen sogenannter Transfettsäuren. Sie beeinflussen den Stoffwechsel negativ und erhöhen beispielsweise den Anteil des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut. Mittlerweile setzen viele Hersteller auf ein neues Produktionsverfahren, das es ermöglicht, Margarine ohne diese Nebenprodukte herzustellen. Hochwertige Pflanzenmargarinen enthalten kaum Transfettsäuren und damit in etwa so viel wie Butter. Denn auch in Milchfett können die unerwünschten Stoffe stecken, wenn auch nur in geringem Maße.

Was den Gehalt an Kalorien betrifft,

sind sowohl Butter als auch Margarine Schwergewichte. 100 Gramm Butter enthalten rund 750 Kilokalorien. Margarine in der Vollfettvariante bringt es bei der gleichen Menge auf 720 Kilokalorien. Auf eine Portion Fett (20 Gramm) gerechnet, schrumpft der Unterschied auf sechs Kilokalorien. Für die Figur macht es also kaum einen Unterschied, ob man sich Butter oder Margarine auf das Brot schmiert.

Und wie steht es um das Cholesterin?

Butter enthält eine relativ große Menge des fettlöslichen Stoffs. Er soll den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben und für Arterienverkalkungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sorgen. Allerdings ist Cholesterin nicht ausschließlich schlecht. So ist es auch ein Ausgangsprodukt für das vom Körper hergestellte Vitamin D oder die Hormone Östrogen und Testosteron – und damit lebenswichtig. Mehrere neuere Studien deuten darauf hin, dass das Cholesterin nicht immer so schädlich ist, wie lange geglaubt wurde. Besonders für gesunde Menschen ist es in normalen Mengen unbedenklich. Sie dürfen also gerne zur Butter greifen.
Eine Art Freispruch gibt es auch für die gesättigten Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen und lange Zeit als schädlich galten. Sie stecken in tierischen Produkten, wie Sahne, Milch und Butter, aber auch in Kokosfett. Eine umfassende Auswertung von fast 80 Einzelstudien fand jedoch keinen Hinweis dafür, dass der Verzehr gesättigter Fette das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt allerdings, nicht übermäßig viel gesättigte Fettsäuren aufzunehmen und verweist ebenfalls auf ein mögliches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.

Sind gesättigte Fettsäuren nun also Freund oder Feind?

Bei dieser Frage streitet sich die Fachwelt. Fakt ist: Der pauschale Rat, auf gesättigte Fettsäuren müsse verzichtet werden, scheint erstmal nicht erwiesen.

Margarine ist also nicht automatisch gesünder als Butter

Auch beim Abnehmen hilft das pflanzliche Fett eher nicht, es sei denn als ausgewiesenes Diät-Produkt. Im Supermarkt lohnt es sich, zu Produkten mit der Aufschrift „Pflanzenmargarine“ zu greifen und im Zweifelsfall einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Im Gegensatz zu einfachen Backmargarinen enthält Pflanzenmargarine meist kaum unerwünschte Transfettsäuren.

Die früher üblichen Warnungen vor Butter sind inzwischen weitgehend durch Studien widerlegt

Butter ist also durchaus besser als ihr Ruf. Wem das tierische Fett schmeckt, darf es ohne schlechtes Gewissen auf das Brot schmieren oder zu Kochen verwenden. Das gilt, wie alle Empfehlungen zur Ernährung, natürlich vor allem für gesunde Menschen – wer mit wirklichem Bluthochdruck und anderen Erkrankungen zu tun hat, ist beim Arzt oder Apotheker auf jeden Fall gut beraten.

Zuviel des Guten: Überdosis Vitamine – geht das?

 width=Die kurze Antwort: Ja. Also theoretisch zumindest. In der Praxis ist eine Hypervitaminose (also eine Überdosierung mit Vitaminen) sehr, also wirklich SEHR viel seltener als eine Unterversorgung. Dennoch gilt auch für einige Vitamine der alte Satz von Paracelsus: Solo dosis facit venenum – erst die Dosis macht das Gift.

Generell ist ein Vitaminmangel gefährlich,

eine Überdosierung aber manchmal auch. Dabei ist es allerdings kaum möglich, über die normale Ernährung eine zu hohe Dosis zu erreichen – nimmt man allerdings zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel, dann sollte man ein paar Dinge wissen.

Damit keine Missverständnisse entstehen:

Vitamine sind gesund, ohne Frage. Sie stärken Knochen, Muskeln und das Immunsystem. Sie sind am Stoffwechsel beteiligt und helfen, Haut und andere Gewebe aufzubauen. Der Körper ist auf eine regelmäßige Zufuhr von Vitaminen angewiesen, weil der Organismus die Stoffe bis auf die Vitamine D und K nicht selbst herstellen kann – also müssen wir sie zu uns nehmen, im Normalfall mit unserer Nahrung.
Die meis­ten Vitamine stecken in Obst und Gemüse, aber auch Getreide, Fleisch, Fisch und Milch liefern die lebensnotwendigen Stoffe. Wer nicht genügend davon verzehrt, zeigt mit der Zeit Mangelerscheinun­­gen. Zu wenig Vitamin D zum Beispiel kann bei Kindern Rachitis hervorrufen, bei Erwachsenen Osteomalazie – also weiche Knochen. Menschen mit Vitamin-A-Mangel leiden häufig an Nachtblindheit. An Skorbut erkrankten früher Menschen, die mit Vitamin C unterversorgt waren, die Seeleute in alten Zeiten waren auf langen Reisen höchst gefährdet. Bis schließlich James Cook auf die Idee kam, seiner Mannschaft Sauerkraut und Zitronensaft zu verabreichen – beides effektive Vitamin-C-Lieferanten, die sich außerdem gut konservieren ließen. Eine Überdosierung mit Vitamin-C ist allerdings kaum möglich – was zu viel aufgenommen wird, wird vom Körper einfach auf normalem Weg wieder ausgeschieden.

Ok also,

ein Mangel an bestimmten Vitaminen ist natürlich möglich, aber auch weitgehend bekannt und gut beschrieben. Wie aber sieht es mit Überdosierung aus? Was passiert, wenn wir zu viele Vitamine zu uns nehmen? Und geht das überhaupt?

Obst, Gemüse oder andere vitaminreiche Lebensmittel so im Übermaß zu konsumieren,

dass man eine zu hohe Dosis Vitalstoffe abbekommt, ist fast unmöglich. Schädlich könnte es allenfalls für Schwangere werden, die zweimal oder öfter die Woche reichlich Leber essen. Das darin reichlich enthaltene Vitamin A kann, wenn es in viel zu hohen Dosen aufgenommen wird, möglicherweise zu Fehlbildungen beim Fötus führen. Ansonsten ist es, wie gesagt, kaum möglich, dem Körper über die Nahrungsaufnahme zu viele Vitamine zuzuführen.

Durch die Einnahme von Vitaminpräparaten allerdings kann man unter Umständen zu viel von den eigentlich gesunden Stoffen bekommen

Dabei ist es schwierig festzulegen, ab wann man von einer wirlkichen Überdosierung sprechen kann. Eine Vitaminüberversorgung kommt vor allem bei fettlöslichen Vitaminen vor, die im Körper gespeichert werden. Überschüssige wasserlösliche Vitamine können zwar auch Beschwerden auslösen, weil sie aber mit dem Urin wieder ausgeschieden werden, braucht es dazu schon sehr hohe Dosen. Zu einer Überversorgung kommt es, wenn überhaupt, durch eine hochdosierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Vitaminpräparaten. Bis etwa zum Dreifachen des Referenzwertes kann man aber davon ausgehen, dass keine Schäden oder Beschwerden entstehen.
Auch die Symptome, die möglicherweise durch zu viele Vitamine entstehen, zeigen sich nicht eindeutig. Wer mehr als zehnmal so viel Vitamin C wie empfohlen einnimmt, kann Durchfall bekommen. Bei übermäßigem Vitamin-A-Konsum treten vielleicht Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen auf. Diese Symptome werden möglicherweise auch durch ein Zuviel an Vitamin D hervorgerufen. Und infolge von wirklichen Megadosen Vitamin D und A treten auch schon mal Vergiftungserscheinungen auf.

Zusätzlich zur Nahrung Vitaminpräparate einzunehmen ist eigentlich nur sinnvoll,

wenn der Arzt einen Mangel festgestellt hat. Entweder ist der Vitaminstoffwechsel gestört, oder bestimmte Krankheiten liegen zugrunde – etwa Erkrankungen der Magenschleimhaut, bei denen der Körper Vitamin B12 im Darm nicht aufnehmen kann. Nur in wenigen Ausnahmen schützen zusätzliche Vitamine die Gesundheit: Frauen, die schwanger werden wollen oder es bereits sind, sollten Folsäure nehmen. Das verringert das Risiko für Fehlbildungen beim Baby. Für alte Menschen kann es ebenfalls ratsam sein, auf Vitaminpräparate zurückzugreifen. Sie essen oft weniger und nehmen deshalb natürlich auch weniger Vitamine auf. Zudem arbeitet ihr gesamter Stoffwechsel langsamer, also auch die Eigensynthese in der Haut, aus der Vitamin D entsteht. Vor allem dieses Vitamin muss älteren Menschen deswegen öfter verordnet werden.

Das Fazit:

Hypervitaminosen sind zwar möglich, allerdings kaum ohne eine massive  Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Und die, sollte sie notwendig sein, sollte ohnehin mit dem Arzt abgeklärt sein. Am besten ernähren wir uns also vielseitig, frisch und ausgewogen – dann benötigen wir keine zusätzlichen Präparate, und das Risiko, zu viel Vitamine zu erwischen, liegt praktisch bei null.