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Wenn Medikamente abgelaufen sind: Ist das jetzt schlecht?

 width=Wie Lebensmittel verfügen auch Medikamente über ein Verfallsdatum – bei Heftpflastern vielleicht nicht ganz so wichitg, aber wie sieht es bei Augentropfen oder Antibiotika aus? Generell gilt: Arzneimittel sollte man nur bis zum angegebenen Zeitpunkt verwenden. Abgesehen von verminderter oder veränderter Wirkung garantiert der Hersteller dann auch nicht mehr für Wirkung und Unbedenklichkeit – im Zweifelsfall entscheidend für Versicherungsfragen oder Folgemedikation. Hier ein paar Fakten:

Jedes Medikament hat ein Verfalls­datum.

Das gilt es auf jeden Fall zu beachten. Denn nur bis zu dem auf der Verpackung angegebenen Zeitpunkt garantieren die Produzenten, dass die Prä­parate wirken, unbedenklich und von ­guter pharma­zeutischer Qualität sind. Diese drei Kriterien müssen Arzneimittel generell erfüllen, um zugelassen zu werden. Darunter fällt auch die Haltbarkeit. Hersteller ermitteln in Tests, wie lange ein Medikament stabil bleibt. Ihre Ergebnisse übermitteln sie der Zulassungsbehörde. In Deutschland ist es das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte oder die Europäische Arzneimittel­agen­tur EMA. Die Behörde legt dann auf Basis der Hersteller-Informationen das Verfallsdatum fest.

Hat ein Präparat dieses Datum überschritten, wirkt es möglicherweise nicht mehr ausreichend,

der Gehalt der aktiven Substanz kann abnehmen. Das hört sich erstmal nicht allzu dramatisch an, aber dieser Abbau ist nicht unproblematisch, zum Beispiel bei Antibiotikasäften, die erst kurz vor der Einnahme zu einer Sus­pension geschüttelt werden. Genügt die Wirkstoff-Dosis nicht, um die minimale Hemmkonzentration zu erreichen, kann das zu Resistenzen bei den zu bekämpfenden Erregerstämmen führen. Dann können besonders widerstandsfähige Bakterien überleben und dem Mittel gegenüber unempfindlich werden – und eine eigentlich simple Therapie wird sehr viel komplizierter.

Bei anderen Präparaten kommt es vor, dass schädliche Substanzen entstehen, wenn sich Wirkstoffe zersetzen. In diesem Fall kann ein abgelaufenes Medikament sogar die Gesundheit gefährden. So bildet beispielsweise der Stoff Hydrochloro­thiazid das Gift Formalde­hyd, wenn er sich abbaut und mit Wasser in Kontakt gerät. Hydrochlorothiazid wirkt harntreibend und wird gegen Bluthochdruck verschrieben.

Grundsätzlich gilt:

Medikamente, die in fester Form vorliegen und in Blistern aufbewahrt werden, sind weniger anfällig. Arzneien in halbfester Form oder in Flüssigkeiten sind empfindlicher. Bei ihnen ist neben dem Verfallsdatum in der Regel noch ein Verbrauchszeitraum ergänzt. Auch ihn sollte man einhalten und das Mittel danach entsorgen. Viele Cremes etwa halten, einmal geöffnet, nur begrenzt. Die Inhaltsstoffe reagieren dann mit Sauerstoff, andere Mittel reagieren empfindlich auf Licht, zum Beispiel bestimmte Kalzium-­Antagonisten, die ebenfalls bei Bluthochdruck eingesetzt werden. Bei Wirkstoffen in Flüssigkeiten, etwa Augentropfen, kommt hinzu, dass sie – einmal geöffnet – anfällig für Erreger sind, die das Präparat verunreinigen können. Besonders den empfindlichen Augen kann das schaden. Tipp: Auf der Flasche notieren, wann das Medikament zum ersten Mal geöffnet wurde; das gilt auch für Cremes oder Salben.

Wieder andere Arzneien vertragen keine Feuchtigkeit, wie etwa Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure, den wir als ASS kennen. Je öfter sie hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, desto schneller schwindet die Stabilität. Aus diesem Grund sollten Medikamente auch nicht im Badezimmer aufbewahrt werden. Besser eignet sich ein trockener und kühler Raum, in den die Sonne nicht direkt hineinstrahlt – etwa das Schlafzimmer.

Salbe, Saft oder Pille – die Haltbarkeiten sind unterschiedlich. Generell lässt sich raten:

Hustensäfte sollte man vor der Einnahme immer kontrollieren. Nach dem Verfallsdatum lösen sich häufig die Bestandteile voneinander und es kann zu Verklumpungen kommen. Die sind zwar meist nicht schädlich, aber der Hustensaft kann nicht mehr seine volle Wirkung entfalten.

Für alle Nasen- und Augentropfen gilt: Maximal vier Wochen nach Anbruch verwenden , denn in den Flüssigkeiten können sich Keime sammeln, die im Zweifelsfall Entzündungen hervorrufen.

Besondere Vorsicht ist bei Antibiotika oder bei Insulin- oder Hormonpräparaten geboten. Hier kommt es unter anderem auf die richtige Lagerung an: Die Medikamente sollten bei zwei bis sechs Grad gelagert werden und nach dem Verfallsdatum nicht mehr verwendet werden. Die Inhaltsstoffe können sich verändern und es kann zu problematischen Nebenwirkungen kommen.

Die Wirksamkeit von abgelaufenen Salben kann erheblich beeinträchtigt sein. Für Cremes gilt das eher nicht: Die können zwar einen unangenehmen Geruch entfalten oder ranzig werden, das tut ihrer Wirksamkeit jedoch meist keinen Abbruch.

Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, verlieren nach dem Verfallsdatum langsam ihre Wirkung. Dazu gehört unter anderem Aspirin. In Deutschland gehen Arzneimittelhersteller auf Nummer sicher und setzen ein recht frühes Verfallsdatum an – die Präparate sind aber oft noch einige Wochen nach dem Ablaufdatum verwendbar.

Allgemein kann als Faustregel gelten, dass Tabletten zwei bis drei Jahre halten, Salben, Cremes und Gele nur drei bis sechs Monate. Säfte sollte man nur einige Tage nach Anbruch verwenden. Aber auch bei dieser Regel gibt es Ausnahmen, deshalb sollte man sich im konkreten Fall an Arzt oder Apotheker wenden.

Gesundes Sitzen: Home Office für Fortgeschrittene!

 width=Dass bei vorwiegend sitzender Tätigkeit ein guter (und das heißt ergonomischen Anforderungen genügender) Bürostuhl wichtig ist, hat sich inzwischen herum gesprochen, und die meisten Büros sind diesbezüglich recht gut ausgestattet. Seit einigen Monaten allerdings arbeiten viele Menschen im Home-Office, und da sieht es dann doch schon mal anders aus. Klar, für ein paar Tage tut es auch der Küchenstuhl oder das Ding aus der Studentenzeit – wer aber, wie jetzt oft der Fall, tatsächlich jeden Tagen acht Stunden zu Hause arbeitet, der sollte sich schon Gedanken über die Ausstattung im Home-Office machen. Denn wer über längere Zeiträume nicht richtig sitzt, kann irgendwann gesundheitliche Probleme bekommen. Riskieren wir einen kurzen  Blick in die Geschichte…

Der menschliche Körper besitzt eine in der Tierwelt ziemlich einzigartige Eigenschaft: Die Fähigkeit zum aufrechten Gang. Evolutionsgeschichtlich stammen auch wir natürlich von Vierbeinern ab, aber die Entwicklung hin zum Gang auf zwei Beinen brachte echte Vorteile: Man kann zum Beispiel besser und weiter sehen und man hat die Hände frei, um damit allerlei nützliche Dinge zu fassen – ein großer Schritt in der menschlichen Entwicklung, der unsere heutige Lebensweise erst möglich gemacht hat. Jagen, laufen, Werkzeuge nutzen: Vieles geht besser oder genauso gut auf zwei Beinen.

Die Kehrseite:

 Während wir mit einem für das Laufen und Stehen optimierten Körper unterwegs sind, verbringen wir den Großteil des Tages im Sitzen – bei der Arbeit im Büro, beim Essen und Autofahren, beim Fernsehen oder vor dem Computer. Das Sitzfleisch ist der wichtigste Körperteil des Menschen geworden. Eine Studie zielte auf die erwartbaren Gesundheitsgefahren von dauernder körperlicher Inaktivität: Die bewegungsärmsten der fast 5000 Studienteilnehmer verbrachten 21,8 Stunden pro Tag auf Sesseln, Sofas, Stühlen oder im Bett. Die agilsten Probanden saßen (Schlafenszeit abgezogen) hingegen nur 1,8 Stunden am Tag mehr oder weniger still – und waren deutlich gesünder, was zum Beispiel Infarktrisiko, Blutwerte oder Rückenbeschwerden angeht. Beim permanent sitzenden Menschen erhöht sich der Blutdruck anfangs partiell, bald meist chronisch. Probleme mit dem Rücken, Verspannungen und Haltungsschäden kommen nicht selten hinzu.

Weniger sitzen also? Teilweise ist das kaum zu ändern:

Viele von uns müssen tatsächlich mit Auto oder U-Bahn, also eher sitzend, den Weg zur Arbeit antreten. Und auch am Arbeitsplatz und am Besprechungstisch, in der Kantine und in Meetings wird ja normalerweise gesessen – das meiste unseres Alltags können wir gar nicht ernsthaft beeinflussen, eine Sitzung im Stehen wäre doch merkwürdig. Wenn wir das Sitzen selbst also nur bedingt vermeiden können, dann sollten wir umso mehr darauf achten, WORAUF wir sitzen. Ein guter, dem Körper angepasster Bürostuhl kann vor Rückenschmerzen schützen und sollte, unabhängig vom Preis, folgende Kriterien erfüllen:

Die Sitzhöhe eines rückenfreundlichen Bürostuhls ist verstellbar. Idealerweise bilden Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel, beide Fußsohlen liegen vollständig auf dem Boden auf. Beim Sitzen sollte der Rücken Kontakt zur Rückenlehne haben. Günstig ist darüber hinaus eine verstellbare Sitzflächenneigung, so dass das Becken leicht nach vorn gekippt ist. So kann die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form einnehmen. Die Rückenmuskulatur wird dadurch entlastet.

Für besonders große oder besonders kleine Menschen empfiehlt sich außerdem eine Sitzfläche, die sich in der Tiefe verstellen lässt, also nach vorn und hinten bewegbar ist. Dadurch ist für Menschen über etwa 1,90 m gewährleistet, dass nicht nur der halbe Oberschenkel auf der Fläche aufliegt und komplett gestützt ist, für die unter 1,70er kann die Sitzfläche nach hinten gestellt werden, so dass man sich wirklich anlehnen kann und der Rücken nicht einige Zentimeter vor der Rückenlehne bleibt.

Die Rückenlehne sollte außerdem flexibel sein, wobei der durch sie ausgeübte Gegendruck auf den Rücken den Oberkörper nur aufrichtet, nicht jedoch nach vorn drückt. Außerdem sollte die Höhe der Rückenlehne verstellbar sein, so dass das Becken beim Sitzen fixiert ist. Die Rückenlehne am Bürostuhl einer Frau sollte weich und flexibel sein und vor allem den unteren Rücken stützen. Für Männer wird dagegen eine festere Rückenlehne empfohlen, die in erster Linie die Muskeln im Schulter- und Nackenbereich stützt.

Die Armlehnen des Bürostuhls entlasten Schultergürtel und Oberkörper. Idealerweise sind sie in Höhe und Tiefe verstellbar und unterstützen nicht nur den Ellenbogen, sondern den gesamten Unterarm. Auch das trägt dazu bei, Rückenschmerzen zu verhüten.

Viele moderne Bürostühle haben inzwischen recht ausgefeilte Systeme zur Lordosenunterstützung, die sich optimalerweise in Postion und Ausprägung einstellen lässt. Dadurch wird gerade der anfällige untere Rückenbereich entlastet, weil ein Teil des Gewichts des Oberkörpers aufgefangen wird – aus dem Auto kennen wir das schon recht lange.

Eine gute Alternative sind für viele Menschen auch Sitzgeräte,

die vom klassischen Stuhl mit Arm- und Rückenlehne abweichen – Sitzbälle etwa oder Sitzhocker, die nach den Seiten hin frei schwingen. Der Vorteil: Dadurch muss der Körper permanent ein wenig arbeiten, um aufrecht sitzen zu können, der Rücken wird ständig ein wenig trainiert und es kommt nicht zu Verspannungen.

Corona-Update: Die richtige Reiseapotheke

 width=Denken wir an den Urlaub, dann fallen uns erstmal Sonne, Meer oder Berge ein – und in diesem Jahr natürlich auch Corona. Denn Reisen ist zwar in vielen Ländern dieser Welt wieder möglich, das Coronavirus allerdings bleib vorerst trotzdem weiterhin Teil unseres Alltags. Ein bisschen Planung für den Fall der Fälle kann auf jeden Fall sehr hilfreich sein, zumal wenn es in Länder geht, in denen die Gesundheitsversorgung nicht so ganz auf europäischem Stand ist, deren Sprache man nicht versteht und in denen oft abweichende Corona-Regeln gelten. Auf jeden Fall sollte man sich vor Reiseantritt über die lokalen Bestimmungen informieren. Und in Zeiten von CoViD19 gibt es noch ein paar Extras zu beachten…

Alltagsmasken:

Ins Gepäck gehören auf jeden Fall eine angemessene Menge an Mund-Nasen-Schutzmasken oder sogenannte Alltagsmasken. Nutzt man Alltagsmasken, die oft aus reiner Baumwolle bestehen, sollte man vorab klären, ob man sie am Urlaubsort waschen kann – und zwar bei mindestens 60 Grad. Der medizinische Mund-Nasen-Schutz ist ein Einmalartikel und darf nicht gewaschen werden.

Desinfektionsmittel für unterwegs:

Nicht immer gibt es unterwegs eine Möglichkeit zum Händewaschen. Für zwischendurch empfiehlt es sich deshalb, ein Desinfektionsmittel dabeizuhaben, am besten griffbereit in einer Jackentasche.
Auch eine kleine Menge Einmal-Handschuhe kann hilfreich sein – wenn man den Bedingungen vor Ort nicht so ganz traut zum Beispiel, wenn das Desinfektionsmittel zur Neige geht oder wenn in der näheren Umgebung tatsächlich jemand erkrankt.

Auch wenn Urlauber nur innerhalb Deutschlands unterwegs sind,

lohnt sich eine gut bestückte Reiseapotheke: Zwar gibt es ein flächendeckendes Apothekennetz. Dennoch gibt es eine Menge Situationen, in denen es sehr unangenehm sein kann, falls man keine entsprechenden Arzneimittel dabei hat – zum Beispiel, wenn man auf einer Wanderung in den Bergen Durchfall bekommt.

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke gehört auf jeden Fall ins Urlaubsgepäck,

Corona oder nicht. Die wichtigsten Medikamente sollte man rechtzeitig vor Reisebeginn besorgen – so können wir uns im Urlaub Stress ersparen, denn Apotheken sind in fremden Ländern manchmal nicht einfach zu finden, Medikamente tragen im Ausland häufig andere Namen oder sind gar nicht erhältlich. Folgendes sollte in der Koffer-Apotheke nicht fehlen:

Antiseptische Brand- und Wundheilsalbe

Bei leichten Brand- und Schnittwunden oder Splittern entzündet sich die Haut mitunter. Etwas Wundheilsalbe, am besten über Nacht auf die rötlichen Stellen aufgetragen, lindert das unangenehme Ziehen und desinfiziert zusätzlich.

Mittel gegen Übelkeit, Erbrechen und andere Magenbeschwerden

Hilfreich gegen Übelkeit und Erbrechen sind der verschreibungspflichtige Wirkstoff Metoclopramid in Tropfen- oder Tablettenform oder Mittel, welche die Magensäure binden (sog. Antazida). Steckt eine gestörte Beweglichkeit der Magen-Darm-Muskeln hinter den Beschwerden, können auch pflanzliche Kombinationspräparate helfen. Bei einem verdorbenen Magen ist es darüber hinaus sehr wichtig, viel zu trinken und nur leichte Kost (Zwieback, Weißbrot) zu sich zu nehmen.

Mittel gegen Lippenherpes

Gegen Lippenherpes kann eine Creme oder Salbe mit virenhemmender Wirkung helfen – zum Beispiel mit dem Wirkstoff Aciclovir. Auch ein auf die Lippenbläschen aufgebrachtes Herpes-Pflaster lindert die Beschwerden und verringert zudem das Ansteckungsrisiko.

Ohrentropfen (vor allem bei Tauchurlauben)

Gegen Entzündungen am äußeren Gehörgang – das heißt bei äußeren Ohrenentzündungen sowie bei akuter Mittelohrentzündung – helfen zum Beispiel schmerzlindernde und entzündungshemmende Ohrentropfen mit den Wirkstoffen Phenazon und/oder Procain.

Mittel gegen Durchfall

Kohletabletten oder Loperamid können gegen Durchfall helfen. Um bei schweren Durchfällen den Flüssigkeits- und Elektolytverlust ausgleichen, empfiehlt sich die Mitnahme einer fertigen Elektrolyt-Glukose-Mischung aus der Apotheke. Diese lässt sich einfach mit Wasser aufbereiten.

Schmerzmittel

Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder das etwas stärker wirksame Ibuprofen helfen gegen Schmerzen (z.B. Kopfschmerzen oder Wundschmerzen), aber auch gegen Entzündungen, erhöhte Körpertemperatur oder Fieber.

Breitbandantibiotikum

Ein Breitbandantibiotikum wirkt gegen mehrere Erreger gleichzeitig. Antibiotika sind verschreibungspflichtig und sollten nur eingenommen werden, wenn es unbedingt nötig ist. Dennoch empfiehlt sich je nach Reiseland ihre Mitnahme in der Reiseapotheke, um in akuten Fällen versorgt zu sein. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er ein Antibiotikum für Ihre Fernreise für nötig hält.

Mittel gegen allergische Reaktionen (Antihistaminika)

Gegen allergische Reaktionen (z.B. auf Pollen) helfen u.a. Tabletten mit den Wirkstoffen Cetirizin oder Loratadin.

Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand

Bei Juckreiz nach einem Insektenstich oder bei Sonnenbrand kann beispielsweise eine Creme mit Chlorphenoxamin oder ein Gel mit Dimetinden die Beschwerden lindern.

Mittel gegen Reisekrankheit

Reisetabletten oder -kaugummis mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat können Reisekrankheit vorbeugen.

Hustenlöser

Acetylcystein oder Ambroxol können bei Husten helfen. Ein sich festsetzender Husten kann jedoch nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch Komplikationen nach sich ziehen. Suchen Sie daher bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt auf.

Nasenspray

Bei starkem Schnupfen ist ein abschwellendes Nasenspray hilfreich. Verwenden Sie dieses jedoch nicht zu lange, da die Schleimhäute sonst geschädigt werden können.

 

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen, sicheren Urlaub und kommen Sie gesund zurück!

Trendige Superbeere: So gesund sind Avocados

 width=Früher waren sie eher Exoten, heute gehören Avocados im Supermarkt zur Grundaustattung für jedes Gemüse … Verzeihung, für jedes Obstregal, denn botanisch betrachtet ist die Avocado eine Beere. Ihrer Beliebtheit tut das allerdings keinen Abbruch: 2015 wurden 45.000 Tonnen nach Deutschland exportiert, 2018 waren es bereits 94.000 Tonnen, und weniger wird es seitdem vermutlich nicht geworden sein. Auf der anderen Seite ist die Avocado in die Kritik geraten, denn Produktion und Transport sind aufwändig und verbrauchen viel Energie und vor allem Wasser. Was also ist dran an der Super-Beere?

Erste Frage:

Ist die Avocado gesund? Die Antwort: Ein glasklares Jein. Denn einerseits sind Avocados zwar vollgepackt mit wichtigen Nährstoffen, aber: Avocados sind eben keine Leichtgewichte, sondern kleine, grüne Kalorienbomben, da lässt sich nichts beschönigen. Das Fruchtfleisch schlägt mit einem Fettgehalt von satten 24 Gramm pro 100 Gramm zu Buche, dabei handelt es sich jedoch größtenteils um einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Und die haben letztlich einen positiven Einfluss auf unsere Blutfettwerte und können sogar helfen, Herz- und Gefäßkrankheiten vorzubeugen. Konkret teilt sich die Fettzusammensetzung wie folgt auf:

  • 1% Omega-3-Säuren 
  • 14% Omega-6-Säuren 
  • 71% Omega-9-Säuren (davon 65% Ölsäure) 
  • 14% gesättigte Fettsäuren (Palmitinsäure) 
Bis auf die letzten 14% handelt es sich dabei um gesunde Fette, die der Körper gut brauchen und verwerten kann – wie gesagt, in Maßen, natürlich.

Insgesamt überwiegen die guten Seiten deutlich:

Das in der Avocado enthaltene Vitamin A ist am Sehvorgang sowie an Knochenaufbau, Zahnerhalt und Blutbildung beteiligt. 
Durch die enthaltenen Stoffe Linol und Linolen eignet sich die grüne Frucht außerdem gut für Menschen, die an Neurodermitis leiden. 
Besonders hervorzuheben ist der Luteingehalt der Avocado: Denn der hat eine ebenfalls positive Wirkung auf unser Sehvermögen und kann außerdem präventiv diversen Erkrankungen der Augen vorbeugen. 
100 Gramm Avocado enthalten durchschnittlich mittelmäßige bis hohe Konzentrationen an B- und K-Vitaminen, Vitamin C und E sowie Eisen. Weitere Inhaltsstoffe, die von Bedeutung für unsere Gesundheit sind, sind Phytosterole und Karotinoide. 
In Kombination mit vitaminreicher Nahrung sorgt der hohe Fettgehalt der Avocado dafür, dass auch die fettlöslichen Vitamine aufgenommen werden können.  Zusammen mit Kirschen gehört die Avocado zu den natürlichen Quellen an Salicylsäure und kann bei auftretenden Kopfschmerzen unter Umständen die Aspirintablette ersetzen – 100 Gramm Avocado enthalten 0,6 Miligramm des wertvollen Wirkstoffs. 
Eine Studie des National Center for Health Statistics (NCHS) der Vereinigten Staaten zeigt, dass ein häufiger Avocadoverzehr mit besseren Blutwerten und einem niedrigeren Risiko, das Metabolische Syndrom zu entwickeln, korreliert. Hoher Avocadokonsum senkt also die Cholesterinwerte: Konkret führte in der Studie eine einwöchige Aufnahme größerer Mengen an Avocados zu einer 17%-gen Senkung des Cholesterinspiegels.

Wenn auch über 400 verschiedene Züchtungen der Avocadofrucht existieren,

sind darunter vier Sorten am häufigsten im europäischen Handel erhältlich: Fuerte – birnenförmig mit glatter, hellgrüner Haut. Ettinger – auch birnenförmig, jedoch weniger spitz als die Sorte Fuerte, sondern eher gleichmäßig breit. Auch hellgrün. Hass – eine kleine Sorte, die birnenförmig oder oval sein kann, die Haut der reifen Frucht ist ledrig und braun bis schwarz. Nabal – eher kugelförmige Früchte, die Haut ist ledrig und dunkelgrün oder braun.

Ökologisch betrachtet allerdings erhält der Vitaminstar Avocado keine so guten Noten,

vor allem wegen des Wasserverbrauchs: Etwa 1000 Liter Wasser werden benötigt, um ein Kilo Avocados ernten zu können. Das klingt viel, und das ist es natürlich auch, zumal die Frucht in Gegenden mit oft enormer Wasserknappheit angebaut wird. Ohne das beschönigen zu wollen, sollte man aber ebenso einen Blick auf andere lieb gewonnene Früchte und deren Ökobilanz werfen: Zitronen, Mangos und Bananen brauchen ähnlich viel Wasser, Soja das doppelte und ein Kilo Rindfleisch hat bereits 15.000 Liter Wasser auf der Liste, ehe es bei uns im Laden landet. 

Bei der Avocado kommt hinzu, dass für den langen Transport und eine künstlich beschleunigte Reifung nochmal Energie aufgewendet werden muss – zumindest der Transport jedoch fällt bei vielen anderen exotischen Früchten ebenso an. 

Mit dem Rauchen aufhören: Das passiert im Körper nach einem Tag, Monat, Jahr und Jahrzehnt

 width=Rauchen ist immer schädlich, damit aufzuhören meistens schwer: Ohne ins Detail zu gehen kann man das sicher so zusammenfassen. Und wer vor der Aufgabe steht, die Finger vom Tabak lassen zu wollen, der sieht sich gewissermaßen vor einem steilen Anstieg, der Gipfel ist nicht in Sicht. Deshalb wollen wir an dieser Stelle versuchen, den Blick auf kleinere Zwischenziele zu lenken, den langen Anstieg also in Etappen zu unterteilen. Denn: Selbst vom Kettenrauchen erholt sich der Körper nach dem Nikotinverzicht erstaunlich gut. Manches geht innerhalb von Stunden, anderes braucht mehr als ein Jahrzehnt. Aber nach etwa 15 Jahren sind Ex-Raucher und Nichtraucher gleich gesund.

Ok, zu den Fakten:

Fast 30 Prozent der Menschen über 14 Jahre in Deutschland rauchen. Mehr als 80 Prozent davon versuchen immer mal wieder, auf eigene Faust aufzuhören. Der Ausstieg fällt schwer, weil das Rauchen für viele ein lieb gewordenes Entspannungsritual bietet und an vielen Stellen im Tagesablauf einfach dazu gehört – zum Kaffe, nach dem Essen, in der Pause und beim Bier zum Beispiel. Und, unbestritten, weil Nikotin nun mal eine starke Abhängigkeit erzeugt.
Wie sinnvoll ein Ende der Qualmerei ist, wissen heute nicht nur Fachleute: Denn das Rauchen steht an erster Stelle bei den vermeidbaren Krebsrisiken. Knapp 20 Prozent aller Krebserkrankungen werden vom verbrennenden Tabak verursacht oder forciert. Außerdem (auch nicht neu)  schädigt Zigarettenrauch auf Dauer Gefäße, Atemwege, Knochen, Zähne und Zahnfleisch.

Bei so viel Schädigungspotenzial ist es umso erstaunlicher,

wie gut und wie schnell sich der Körper von den Strapazen des Rauchens erholen kann. Solang noch keine bleibenden organischen Schäden aufgetreten sind, verhilft der Nikotinverzicht in einzelnen bereichen fast über Nacht zu neuer Gesundheit, anderswo kann es allerdings dauern, bis das erreicht ist. Das hat eine Studie an der Vanderbilt-Universität in Nashville, Tennessee, gezeigt: Von den 9000 Probanden hatten rund 2500 mehr als 20 Jahre lang täglich mindestens ein Päckchen Zigaretten konsumiert. Wenn diese starken Raucher aufhörten, verringerte sich ihr Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung in den ersten fünf Nicht-Raucher-Jahren um fast 40 Prozent. Bis sie wieder das gleiche, niedrigere Risiko hatten wie lebenslange Nichtraucher, dauerte es aber zehn, 15 und bei manchen auch 25 Jahre.
Viele positive Veränderungen machen sich aber schon viel schneller bemerkbar. Die Regeneration des Körpers beginnt quasi im Moment nach dem letzten Zug an der Zigarette – übrigens ohne Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen und Männer erholen sich gleich schnell und gut. Das Alter spielt dabei allerdinsg schon eine Rolle: Wer es schafft, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, kann 90 Prozent seines dadurch entstandenen Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme auslöschen. 

Erfolge von Anfang an, so erholt sich der Körper:

Sofort-Effekt bei der Durchblutung:

Haare gewaschen und Zähne geputzt, schon sind Zigarettenmief und schlechter Atem vertrieben, den Raucher selbst oft gar nicht wahrnehmen. Wer für den ersten Nichtrauchertag einen Termin zur professionellen Zahnreinigung macht, wird auch sofort den gelbbraunen Belag los, der Raucherzähne im Lauf der Zeit unnatürlich dunkel macht.
Das ist zwar mehr eine optisch-ästhetische als eine gesundheitliche Regeneration, aber sie hilft, dem Verlangen nach einer Zigarette zu widerstehen. Der Nikotinentzug kann in den ersten ein, zwei Wochen sehr an den Nerven zerren.
Schon innerhalb von Minuten nach der letzten Zigarette aber setzen die ersten Reparaturmechanismen des Körpers ein:
Schon nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf den individuell normalen Wert.

Gleichzeitig verbessert sich die Durchblutung. Das bedeutet unter anderem, dass die schnellere Hautalterung, die durch das Rauchen verursacht wird, gestoppt wird.  Auch kalte, schlecht durchblutete Hände und Füße werden wärmer.

Nach einem Tag flutet Sauerstoff den Körper:

Die toxischen Abfallprodukte der Zigarette sind von den Schleimhäuten verschwunden und damit auch der unangenehme Geruch und Geschmack, den der Glimmstängel hinterlässt.
Wo bisher Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch den Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen verdrängt hat, kehrt sich die Situation um: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt, der Sauerstoff-Spiegel steigt. Alle Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die körperliche Leistungsfähigkeit steigt.

Nach einer Woche schmeckt alles besser:

Schon 48 Stunden nach dem Rauchstopp beginnt sich der bei Rauchern reduzierte Geschmacks- und Geruchssinn zu erholen. Düfte und Geschmäcker werden intensiver wahrgenommen.

Nach ein (bis drei) Monaten läuft die Selbstreinigung auf Hochtouren:

• Der Kreislauf stabilisiert sich.
• Die Lungenfunktion verbessert sich.

• Körperliche Anstrengung im Alltag und beim Sport fällt leichter.

Die durch das Rauchen oft graue und fahle Gesichtshaut profitiert von der besseren Durchblutung. Und weil sie sich nach 28 Tage oberflächlich erneuert hat, sieht sie nach einem Monat rosiger und frischer aus. Falten als Zeichen schneller Hautalterung bei Rauchern lassen sich allerdings nicht mehr rückgängig machen.

Nach etwa einem Jahr gehört Raucherhusten der Vergangenheit an:

Die Lungenkapazität wächst und die Atemwege werden frei. Sie befreien sich allmählich von den Ablagerungen und der Verschleimung. Typische Raucherbeschwerden wie Hustenanfälle, verstopfte Nasennebenhöhlen oder Kurzatmigkeit gehen zurück.

Die Infektionsgefahr verringert sich:

Nach 5 Jahren sinken Krebs- und Herzinfarkt-Risiko deutlich.  

Jetzt sind Ex-Raucher bei vielen Erkrankungen nicht mehr schlechter dran als Nichtraucher:

• 100 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko,
• 100 Prozent geringeres Gebärmutterhalskrebs-Risiko,
• 50 Prozent geringeres Risiko für Krebs in der Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase,
• 50 Prozent geringeres Infarktrisiko.

Nach 10 Jahren geht es der Lunge wieder gut:

Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, verringert sich etwa um die Hälfte. Das Risiko für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs geht zurück.

Lange hin, aber dennoch:

Nach 15 Jahren sind ehemalige Raucher so fit wie Nichtraucher, das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist endgültig nicht mehr höher als bei Menschen, die  lebenslang nicht geraucht haben.

Tipps zum Aufhören finden sich unter www.rauchfrei-info.de, unter 0800 – 313131 oder bei Arzt oder Apotheker.