Corona: Digitaler Impfnachweis ab 14. Juni in Apotheken erhältlich

 width=Für die Corona-Impfung wird es künftig einen digitalen Impfnachweis geben, den Geimpfte direkt im Impfzentrum oder beim Arzt erhalten. Bereits Geimpfte können sich den Digital-Pass ab 14. Juni nachträglich in vielen Apotheke ausstellen lassen. Lesen Sie hier, wo es Apotheken in Ihrer Nähe gibt, die diesen Service anbieten und mit welchen Apps der digitale Impfnachweis genutzt werden kann.

In vielen Apotheken wird es ab dieser Woche möglich sein, sich einen kostenlosen digitalen Impfnachweis erstellen zu lassen. Statt den gelben Impfpass ständig bei sich tragen zu müssen, sollen Geimpfte künftig ihre Immunisierung über eine App auf ihrem Smartphone nachweisen können – beispielsweise auf Reisen, in Restaurants, beim Frisör oder im Museum. Der digitale Impfnachweis soll nach der Impfung direkt in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum generiert werden: Dafür wird ein Barcode erstellt, den die Geimpften direkt abscannen können oder auf einem Papierausdruck mitbekommen und später einscannen können.

CovPass-App oder Corona-Warn-App

Der digitale Impfnachweis kann dann als QR-Code über eine kostenfreie App genutzt werden. Dafür vorgesehen ist zum einen die CovPass-App, die vermutlich noch diese Woche zum kostenfreien Download bereitgestellt wird. Die zweite Möglichkeit ist, sich den QR-Code auf die Corona-Warn-App zu laden, die ursprünglich für die Kontaktverfolgung von Infizierten entwickelt wurde und die viele Deutsche bereits nutzen. Es ist auch möglich, den QR-Code auszudrucken und bei Bedarf vorzuzeigen, wenn man kein Smartphone hat oder die Apps nicht nutzen möchte. Das Impfzertifikat enthält nur Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften und das Geburtsdatum. Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, wird es eine Prüf-App zur Prüfung des Impfzertifikats geben. Damit kann der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden. Wer keinen digitalen Impfnachweis haben möchte, kann seine Impfungen aber auch weiterhin über den bekannten gelben Impfpass nachweisen. Bei der Überprüfung der Impfnachweise – egal ob digital oder analog – kann es sein, dass ergänzend ein Lichtbildausweis vorgezeigt werden muss.

Impfnachweis wird auch nachträglich ausgestellt

Wer bereits geimpft ist und seinen digitalen Impfnachweis noch nicht in der Arztpraxis oder im Impfzentrum erhalten hat, kann sich diesen im Nachhinein unter anderem in vielen Apotheke vor Ort ausstellen lassen. Außerdem ist laut Bundesgesundheitsministerium geplant, dass die QR-Codes von den Impfzentren per Post an die Geimpften versendet werden, sofern entsprechende Kontaktdaten vorliegen. Auch Ärzte sollen die digitalen Impfnachweise nachträglich ausstellen können.

„Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können. Über das wohnortnahe Apothekennetz bringen wir den Impfnachweis am besten zu den Menschen“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). „In den ersten Tagen wird die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein. Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.“

Die Kraft der Knollen: Alles Gute kommt von unten!

 width=Lange führten gesunde Wurzeln und Knollen ein Schattendasein, galten als Arme-Leute-Essen. Doch inzwischen findet man Pastinaken, Speiserübchen, Schwarzwurzeln und Co. sogar auf den Karten von Spitzenrestaurants – Kartoffeln, Karotten und Sellerie natürlich sowieso. Zu Recht, denn Wurzelgemüse schmeckt wunderbar und ist auch noch richtig gesund. Hier ein kleiner Überblick, in dem wir Ihnen ein paar Knollengemüse vorstellen.

Gemeinsam ist den gesunden Wurzeln und Knollen ihr hoher Vitamin- und Mineralstoffgehalt

Sellerie und Petersilienwurzeln liefern zum Beispiel verschiedene B-Vitamine, die wichtig für den Stoffwechsel und das Nervensystem sind. Schwarzwurzeln, Pastinaken und Kohlrabi sind reich an Kalium für den Energie- und Wasserhaushalt, Kalzium für die Knochen sowie Eisen für die Sauerstoffversorgung des Körpers. Und Rote Bete bietet mit Folsäure und Betain zwei Stoffe, die den sogenannten Homocystein-Spiegel senken. Ist er erhöht, ist das ein Hauptrisikofaktor für Herzerkrankungen. Knollensellerie enthält vor allem Kalium, Eisen und Kalzium. B-Vitamine für die Nerven stecken ebenfalls darin. Roher Kohlrabi versorgt uns mit mehr Vitamin C als viele Obstsorten – und ist daher gut für die Abwehrkräfte. Die Süßkartoffel liefert nicht nur Beta-Carotin für die Sehkraft. Ihr Inulin senkt auch den Cholesterinspiegel und pflegt die Darmflora. Dank ihrer ätherischen Öle wirken Pastinaken leicht antibakteriell. Und mit ihren gesunden Kohlenhydraten sind sie auch ein idealer Sattmacher.

Das Besondere an gesundem Wurzelgemüse wie Topinambur, Süßkartoffeln, Pastinaken, Yacón und Schwarzwurzeln ist ihr Inulin-Gehalt

Der Vielfachzucker wird nicht verstoffwechselt und zählt deshalb zu den Ballaststoffen. Seine Vorteile: Er ernährt die guten Bakterien in unserem Darm, die ungesunden werden an ihrer Vermehrung gehindert. Eine stabile Darmflora ist entscheidend für ein gut funktionierendes Immunsystem. Dazu fördert Inulin die Verdauung, stabilisiert den Blutzuckerspiegel und senkt die Cholesterinwerte.

Eine gute Quelle für Beta-Carotin sind gesunde Knollen und Wurzeln wie Rote Bete, Petersilienwurzeln, Speiserüben und Süßkartoffeln

Dieser Stoff wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt. Dieses ist notwendig für gesunde Haut, die Sehkraft und die Abwehr von aggressiven freien Radikalen, die unsere Zellen schädigen können.

Die Top-Five aus dem Knollen-Ranking:

1. Fenchel
Fenchel ist vor allem wegen seiner Bekömmlichkeit bekannt. Die Samen werden als Tee aufgegossen, der Magen- und Darmbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl lindert und besonders häufig bei Babys und Kleinkindern angewendet wird.

Dank seiner urinbildenden Wirkung unterstützt der Fenchel die Nieren beim Ausscheiden von Stoffwechselabfällen. Die Knolle strotzt nur so vor Nährstoffen wie Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Vitaminen. 100 Gramm der Superknolle enthalten rund 93 Milligramm Vitamin C und decken dabei fast schon den gesamten Tagesbedarf. Eine Orange hat im Vergleich nur halb so viel Vitamin C. Zudem ist das Gemüse auch kalorien- und fettarm. 100 Gramm haben gerade mal 18 Kilokalorien.

2. Ingwer
Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Ingwer sind seit langem bekannt. So wirkt die Knolle effektiv bei Erkältungskrankheiten und kommt auch als Hausmittel bei Völlegefühl, Verdauungsproblemen, Durchfall und zahlreichen anderen Beschwerden zum Einsatz. Mit der Knolle lassen sich die Abwehrkräfte stärken und auch schlechter Atem lässt sich mit der Heilpflanze des Jahres 2018 bekämpfen.

Zudem hat sich in Studien gezeigt, dass bereits kleinere Mengen Ingwer dazu beitragen können, den Cholesterinspiegel zu senken. Selbst in der Krebstherapie kommt Ingwer manchmal zum Einsatz. Der Deutschen Krebshilfe zufolge hat die Wurzel eine überzeugende Wirkung gegen die mit einer Chemotherapie verbundenen Magenbeschwerden sowie Übelkeit und Erbrechen. Und nicht zuletzt kann die Knolle beim Abnehmen helfen.

3. Sellerie
Zu Heilzwecken kommen das Kraut, die Knolle und die Wurzeln zum Einsatz. In der Naturheilkunde werden der Saft aus den Wurzeln und Blättern sowie das aus der Knolle gewonnene ätherische Öl erfolgreich angewendet.

So wirkt die heilende Knolle:

harntreibend
entwässernd und abführend
entschlackend
schleimlösend
entstauend
stimmungsaufhellend

4. Knoblauch
Zu den gesundheitlichen Effekten von Knoblauch gibt es viele wissenschaftliche Untersuchungen. So hat eine Meta-Studie aus dem Jahr 2014 Daten aus älteren Studien ausgewertet und verglichen. Dabei ist sie zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Herz-Kreislauf-System: Sowohl bei Tierversuchen als auch in klinischen Studien mit Menschen hat sich Knoblauch als effektiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erwiesen – zum Behandeln ebenso wie zum Vorbeugen. Die Knolle senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel und kann gegen Arteriosklerose schützen.
Blutzuckerspiegel: Regelmäßiger Konsum von Knoblauch senkt nachweislich den Blutzuckerspiegel, das haben sowohl Untersuchungen mit Ratten und Mäusen als auch mit Menschen, die an Diabetes leiden, gezeigt. Diese Erkenntnis könnte künftig vor allem in der Behandlung von Diabetes eine Rolle spielen.
Bakterien und Viren: In einer Reihe von Versuchen im Labor hat sich Knoblauch als gesundes Mittel gegen unterschiedliche Bakterien- sowie Virenstämme und Pilze herausgestellt.

5. Kartoffeln
In Deutschland ziemlich weit oben auf dem Speisezettel steht die Kartoffel, die eigentlich in Südamerika zu Hause ist. Die basische Knolle kann einfach, schnell und variantenreich zubereitet werden. Dick macht die Kartoffel übrigens nicht, und auch vor Blutzuckerschwankungen muss man nach Kartoffelverzehr keine Angst haben.
Mit 400 mg pro 100 g ist die Kartoffel sehr kaliumreich. Daher wirkt sie sanft entwässernd und entschlackend. Darüber hinaus ist sie in der Lage, Giftstoffe zu binden. Kartoffelpüree gehört daher zu den altbewährten Rezepten bei Magen- und Darmverstimmungen. Aus Kartoffeln lassen sich recht einfach wirkungsvolle Anwendungen gegen die unterschiedlichsten gesundheitlichen Probleme des Alltags herstellen.

Bei diesen Beschwerden kann die Knolle hilfreich sein:

Magenschleimhautentzündung
akute und chronische Darmentzündungen
Sodbrennen
Ekzeme
Insektenstiche
Halsentzündungen

Geht auch gesund: Grillen mit gutem Gewissen

 width=Grillen und gesund – das will auf den ersten Blick ja nicht so ganz zusammenpassen. Erstmal assoziieren wir tatsächlich andere Bilder: Bratwürste und Nackensteaks, Weißbrotberge und den obligatorischen Kasten Bier … Wen wundert’s, in dieser Machart ist der sommerliche Grillabend natürlich wirklich nicht allzu gesund. Aber so muss es ja nicht sein, und im Kern ist Grillen als Zubereitungsart ganz ok, denn es kommt ohne zusätzliches Fett aus.
Wie viel und welches Fleisch ratsam ist, welches Gemüse vom Rost super schmeckt und wie sich der Grillabend gesundheitlich aufpimpen lässt, erfahren Sie hier:

Fleisch in Maßen

Fleisch ist in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten, dabei ist es gesund und liefert Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und lebenswichtige B-Vitamine. Allerdings sollte es in Maßen genossen und mit Bedacht ausgewählt und zubereitet werden. So sollte man sich nicht mehr als maximal 150 Gramm Fleisch – was in etwa dem Gewicht einer dicken Bratwurst entspricht – vom Grill angeln, sagen die Experten. Mehr Eiweiß kann der Körper gar nicht auf einmal verarbeiten. Den Rest speichert er als Fett ein. Sehr gut lässt sich tierisches Eiweiß im Übrigen nach körperlicher Anstrengung verwerten – wer also vorher den Rasen gemäht hat, kann sich vielleicht eine Extra-Wurst gönnen. Weil eine fleischreiche Ernährung aber auch Stoffe wie Cholesterin, gesättigte Fettsäuren und Purine enthält, die sich im Übermaß ungünstig auswirken können, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), für Erwachsene pro Kopf und Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren zu verzehren – mit zwei bis vier Bratwürsten wäre diese Menge bereits erreicht.

Lieber Hühnerbrust statt Schweinenacken

Ob Schwein, Rind, Lamm oder Geflügel, Ernährungswissenschaftler raten vor allem zu mageren Stücken. Es muss nicht immer Rumpsteak oder Filet sein – aber eben auch nicht immer Wurst oder Nackensteak. Zum Vergleich: Während eine Natur-Bratwurst einen Fettanteil von rund 25 Prozent enthält, sind es in Hühnerbrust und Schnitzel nur zwei Prozent, bei Kotelett rund fünf Prozent und bei Hackfleisch elf Prozent. Auch fester Fisch wie Thunfisch, Forelle oder Lachs sind empfehlenswert – und in Folie mit ein paar Kräutern gegart auch noch ein echtes kulinarisches Highlight.

Zur Vorsicht raten Ernährungsmediziner bei rotem Fleisch:

Wer regelmäßig größere Mengen Rind- oder Schweinefleisch isst, erhöht damit – anders als bei Geflügel oder Fisch – sein persönliches Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Unterm Strich lässt sich also, wie so oft, feststellen: Im Prinzip ist Fleisch nicht ungesund, im Übermaß allerdings schon. Und da lauert denn auch die größte Gefahr: Liegt noch ein schönes, saftiges Steak auf dem Grill, dann langt man gerne nochmal zu, auch wenn der Hunger eigentlich schon gestillt ist.

Wichtig: Nichts Gepökeltes vom Rost

Fleischwurst, Schinken, Speck, Bockwürste, Kassler und Wiener Würstchen wiederum zählen zu den Pökelfleischwaren und sollten nicht gegrillt werden. Der Grund: Pökelsalz reagiert bei Hitze über 150 Grad Celsius mit den Aminosäuren beziehungsweise Proteinen aus dem Fleisch zu krebserregenden Nitrosaminen. Und da gibt es nach Meinung von Fachleuten auch kaum eine Toleranzschwelle – was gepökelt ist, gehört nicht auf den Grill.

Auch wenn Fett aus Fleisch oder Marinade in die Glut oder auf die Heizschlange des Elektrogrills tropft,

entstehen krebserregende Stoffe, die so genannten PAK oder polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. Damit das nicht passiert, empfiehlt es sich, das Grillgut möglichst in eine Grillschale zu legen. Grillschalen aus Aluminium oder Aluminiumfolie stellen wirkungsvolle und preisgünstige Methoden zur Vermeidung von PAKs dar. Allerdings können dabei geringe Mengen Aluminium in das Grillgut übergehen. In Abwägung der Risiken ist der Gebrauch beim Grillen von Fleisch aber vertretbar, dann aber besser erst am Ende des Grillvorgangs salzen und würzen. Zudem sollten Fleisch, Fisch und Wurstwaren grundsätzlich nur zum Garen und nicht mehr zum Warmhalten auf dem Grill liegen, denn auch hier entstehen gesundheitsschädliche Stoffe.
Ein wichtiger Rat außerdem: Nichts anbrennen lassen und im Zweifelsfall schwarze, angebrannte Stellen wegschneiden und nicht mitessen.

Insgesamt gilt fürs Grillen:

Je schonender, desto gesünder. Die amerikanische Variante des „Barbecue“ bei mittlerer, indirekter Hitze gilt als gesundheitsverträglicher als das kurze, scharfe Angrillen über offener Glut oder Feuer, das viele selbst ernannte Grillmeister hierzulande praktizieren.

Das Beste zum Schluss: Obst vom Grill

Schließlich muss es auch nicht immer Fleisch sein, was auf dem Rost liegt. Für Farbe und Abwechslung sorgen auch buntes Gemüse wie Zucchini- oder Auberginenscheiben, Cocktailtomaten mit Olivenöl und Kräutern, Champignons, Maiskolben, Paprika oder Kartoffeln. Mit frischen Rosmarin- oder Thymianzweigen bekommen sie die typische mediterrane Note. Auch Ananas, Mango oder Banane eignen sich zum Grillen – entweder direkt auf dem Rost oder in einer Grillschale, die Banane am besten mit Schale. Im Handumdrehen gibt es zum Abschluss damit auch gleich noch einen feinen Nachtisch ohne zusätzlichen Aufwand.

Schönes Wetter mit Nebenwirkungen: Gesund durch den Sommer

 width=So richtig will das Sommerfeeling ja noch nicht aufkommen in diesem merkwürdigen Jahr – das Wetter passt eher zum April, Bäder und Biergarten öffnen langsam und vorsichtig und die Sache mit dem Urlaub ist ja auch noch nicht abschließend geklärt. Dennoch: Der Sommer kommt, und irgendwann wird es warm und schön. Heiß herbei gesehnt zwar, haben Sommer und Sommerwetter dennoch nicht nur Vorteile: Hitze und Gewitter, Sonne und Ozon – aus gesundheitlicher Sicht bringt die heiße Jahreszeit schon ein paar Probleme mit sich. Mit ein paar Tipps jedoch lässt sich der Sommer unbeschwert genießen.

Sonne und Hitze

Sonnenbrand, Hitzeerschöpfung, Hitzeausschlag oder Hitzekollaps – alles ernstzunehmende Begleiterscheinungen im sonst so schönen Sommer. Sehr warme Tage können für jede und jeden Einzelnen sowie liebe Familienmitglieder und Freunde zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Vor allem ältere Menschen sowie Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. Flüssigkeitsmangel, eine Verschlimmerung bestehender Grundkrankheiten, Hitzekrämpfe sowie Sonnenstich und Hitzschlag können die Folge sein. Ernstzunehmende Warnzeichen des Körpers sind: Kreislaufbeschwerden, Muskelkrämpfe in Armen und Beinen, Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Puls, ein Gefühl der Erschöpfung oder von Unruhe, Verwirrtheit und ein trockener Mund.

Hier einige Faustregeln zum Thema Sonne und Hitze:

• Trinken Sie viel an heißen Tagen. Besonders geeignet sind mineralstoffhaltige Getränke, Wasser oder Tee. Auch wenn das kühle Radler lockt: Alkohol besser vermeiden.
• Achten Sie vor allem auf ältere Personen und Kinder, die durch die Hitze besonders belastet sind. Sie brauchen gezielte Aufmerksamkeit.
• Sport an heißen Tagen besser in den frühen Morgen- oder späteren Nachmittags- und Abendstunden. Vermeiden Sie während der Mittagshitze starke körperliche Anstrengungen.
• Achten Sie auf einen angemessenen Schutz gegen ultraviolette Strahlung. Der beste Sonnenschutz sind geeignete Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille. Haut, die nicht mit Kleidung bedeckt ist, muss gut mit Sonnenschutzmittel eingerieben werden.

Gewitter

Zehn Mal pro Sekunde schlägt irgendwo auf der Welt ein Blitz ein. 24 000 Menschen sterben jährlich im Gewitter, zehnmal so viele werden verletzt. Allerdings saust der Blitz nur auf sehr wenige Menschen ungebremst herab. 95 Prozent seiner Opfer trifft er indirekt: Er schlägt zunächst in Wasser, Boden, Bäume oder Bauwerke ein und sucht sich erst dann einen Weg durch die Körper, die mit ihnen in Berührung kommen. Blitze können zudem Entfernungen von etwa 4,5 Metern überspringen; das sollte man im Kopf behalten, wenn man Schutz vor einem Gewitter sucht.
Wie viele Kilometer ist das Gewitter entfernt? Theoretisch funktioniert die alte Methode zur Abschätzung: Man zähle die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teile die Summe durch drei. Doch für die Praxis empfehlen Experten die Rechnerei nicht. Die Empfehlung lässt sich stattdessen in dem einfachen Satz zusammenfassen: „When thunder roars, go indoors“. Sobald also ein Donner kracht, sollten Menschen Schutz suchen und erst dann wieder hervorkommen, wenn das letzte Grollen seit mindestens 30 Minuten verklungen ist.

Sicheren Schutz bieten Häuser mit Blitzableitern und Fahrzeuge mit Metalldach. Sind Türen und Fenster geschlossen, schirmt der Wagen die Insassen gegen den Strom des Blitzes ab. Die Abschirmung funktioniert nach Angaben des ADAC auch im Cabrio.

Im Freien gibt es keinen zuverlässigen Schutz; Wanderer können lediglich versuchen, dem Blitz so gut es geht aus dem Weg zu gehen. In Schluchten, Gruben oder Senken gelingt das am ehesten. Das Innere eines Waldes ist sicherer als der Waldrand oder das freie Feld. Im Notfall können auch Scheunen und Hütten als Unterschlupf dienen, sofern man sich möglichst weit von den Wänden entfernt aufhält.

Sommersmog

Hohe Lufttemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können zum so genannten Sommersmog führen. Dies ist eine zu hohe Belastung mit bodennahem Ozon und anderen Luftschadstoffen – Während das Gas normalerweise nur in den hohen Schichten unserer Atmosphäre vorkommt, kann es bei starker Sonneneinstrahlung auch in Bodennähe gebildet werden und dort Probleme verursachen. Folgen sind Schleimhautreizungen, Einschränkungen der Lungenfunktion, Entzündungsreaktionen der Atemwege und Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch hohe Ozon-Konzentrationen zu vermeiden, sollte man folgende Regeln beachten:

Bevor Sie an heißen Tagen Sport machen, sollten Sie sich über die Ozon-Wetterlage informieren.
Längere körperliche Anstrengungen sollten möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden gelegt werden, wenn sie auch zu anderen Tageszeiten möglich sind. Morgens ist die Ozonkonzentration am niedrigsten.
Weichen Sie gegebenenfalls in einen gut belüfteten Raum aus. In Innenräumen ist die Ozonkonzentration geringer.

Hier sprießt Gesundheit: Spargelzeit!

 width=Er ist wieder da: Unbeeindruckt von Viren oder widriger Witterung sprießt wie in jedem Frühjahr der Spargel. Von Ende April bis zum traditionellen Finale am 24. Juni, dem Johannistag, dauert die beliebte, vielen aber leider viel zu kurze Spargelsaison. Wurden die gesunden Spargelstangen früher nur in Klöstern und Apothekergärten als wahre Allheilmittel angebaut und später als königliches Gemüse den Reichen und Mächtigen serviert, so sind die vitamin- und mineralstoffreichen Sprossen heute in jedem Supermarkt zu finden, in jedem Gemüseladen und an vielen Ständen und Buden, die sich zur Zeit extra ihretwegen an den Straßen säumen. Dabei geht es den Spargelfreunden mehrheitlich nicht um die Gesundheit, darf man annehmen – dennoch sei an dieser Stelle die Frage erlaubt: Welche Nährwerte enthält Spargel, ist er gesund oder sogar heilsam? Und und wie lässt er sich so zubereiten und lagern, dass möglichst viele seiner gesunden Inhaltsstoffe erhalten bleiben? Hier ein paar Fakten und ein paar Tipps:

Spargel als Heilpflanze

Der Spargel gehört zu der Gruppe der Liliengewächse und wurde bereits von den alten Ägyptern, Griechen und Römern als Heilpflanze zur Anregung des Stoffwechsels und zur Unterstützung von Leber-, Lungen- und Nierenfunktion genutzt.
Das Wort „officinalis“, aus dem lateinischen Namen des Spargels „Asparagus officinalis“, bedeutet übersetzt so viel wie: „arzneilich“ oder „Heilmittel“. Erst ab dem 16. Jahrhundert hat man den Spargel aufgrund steigender Nachfrage systematisch gepflanzt und dann auch als Nahrungsmittel genutzt – natürlich nicht für jedermann, sondern exklusiv für die oberen paar Prozent in der sozialen Hierarchie.

Wie muss Spargel sein: Weiß, violett oder grün?

Je nach Anbauverfahren zeigt sich der Spargel in drei Farben: weiß, violett oder grün.
Die Sprossen des weißen Spargels – auch Bleichspargel genannt – werden durch aufgeschüttete Erdwälle vor Sonnenlicht geschützt und bleiben daher weiß. Aufgrund des aufwendigen Anbauverfahrens ist der weiße Spargel teurer als der grüne.
Wenn die Spargelspitze die Erddecke durchbricht, wird sie durch Bildung des Pflanzenfarbstoffes Anthocyan violett.
Grüner Spargel wächst normalerweise auf ebenen Beeten unter vollem Lichteinfluss und bildet dadurch den grünen Farbstoff Chlorophyll ebenso wir vermehrt geschmacksbestimmende Inhaltsstoffe aus. Grünspargel hat ein kräftigeres, würzigeres Aroma.

Ist Spargel gesund? Ein paar Fakten zu Vitaminen, Mineralstoffen und Kalorien:

Weißer Spargel besteht zu circa 95 Prozent aus Wasser und enthält deshalb nur wenige Kalorien, genauer gesagt nur 16 Kalorien pro 100 Gramm – das gilt natürlich nur, wenn er nicht mit kalorienreichen Saucen, Butterbröseln oder im Speckmantel serviert wird. Weil Spargel viele Ballaststoffe enthält und so den Hunger für längere Zeit stillt, hat Spargel einen hohen Sättigungswert. Der Anteil an Kohlenhydraten beträgt etwa 2 Prozent. Eiweiß ist zu 1,9 Prozent, Fett nur in sehr geringen Mengen (0,2 Gramm auf 100 Gramm) enthalten.
Spargel enthält andererseits reichlich Vitamine und Mineralstoffe – besonders Vitamin C, E und Beta-Carotin sowie Vitamine des B-Komplexes. Auch Folsäure ist enthalten, die im rohen Spargel in besonders hohen Konzentrationen zu finden ist und an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Neben den Vitaminen sind auch Mineralstoffe wie Kalium, Eisen, Magnesium, Calcium und Kupfer enthalten, die für viele Vorgänge im Körper benötigt werden und über die Nahrung zugeführt werden müssen. Was Vitamine und Co. angeht kann man also festhalten: Spargel ist gesund.
Außerdem enthält Spargel auch verschiedene bioaktive Substanzen wie zum Beispiel Saponine, die für den bitter schmeckenden unteren Teil der Spargelstange verantwortlich sind, ätherische Öle ebenso wie die Farbstoffe Chlorophyll (grüner Spargel) und Anthocyan (violetter Spargel). Bioaktive Substanzen wirken unter anderem antikanzerogen, antimikrobiell und cholesterinsenkend – in welchem Maß, ist allerdings nicht eindeutig geklärt.
Der typische Geschmack des Spargels, der sich allerdings erst beim Kochen so richtig entwickelt, stammt aus schwefelhaltigen ätherischen Ölen und  aus der namensgebenden Aminosäure Asparaginsäure. Diese Aminosäure fördert die Nierentätigkeit und ist damit wesentlich für die entwässernde Wirkung des Spargels verantwortlich, die durch die ätherischen Öle und den hohen Kaliumgehalt zusätzlich verstärkt wird.

Wann sollte man keinen Spargel essen?

Alles ok also? Sagen wir mal: Ja, aber … Spargel enthält nämlich auch einen hohen Anteil an sogenannten Purinen. Diese Stoffe werden im Körper in Harnsäure umgewandelt,  Harnsäure wiederum wird normalerweise über die Nieren einfach wieder ausgeschieden. Ist die Nierenfunktion jedoch eingeschränkt oder der Harnsäurewert im Blut dauerhaft erhöht, kann dies gesundheitliche Folgen haben: Ablagerungen von Harnsäurekristallen können zu Schmerzen in den Gelenken führen, Entzündungen begünstigen oder sogar Gichtanfälle auslösen.
Menschen mit Gicht oder Nierenerkrankungen sollten also vorsichtshalber ärztlich klären, ob und wenn ja in welchen Mengen sie unbedenklich Spargel essen können – das gilt dann aber auch für eine ganze Reihe anderer Lebensmittel vor allem tierischen Ursprungs, die Purine enthalten können. Auch eine eigeschränkte Nierenfunktion bedeutet nicht automatisch ein generelles Spargelverbot  – sicherheitshalber sollte man aber trotzdem den Rat von Experten einholen.

Kann man Spargel roh essen?

Spargel kann durchaus auch roh verzehrt werden – dann sollte er allerdings besonderes frisch sein, das heißt, er sollte spätesten zwei bis drei Tage nach dem Einkauf zubereitet werden. Zudem gilt auch hier: Den Spargel gründlich waschen und schälen und so die holzigen Bestandteile loswerden. So schmeckt Spargel beispielsweise als Beilage zu Fleischgerichten oder auch im Salat.

Spargel kochen

Will man weißen Spargel zubereiten, sollte man ihn immer zunächst schälen. Ungeschält beeinträchtigen die faserigen Schalen den Geschmack. Zudem sind in der Schale bestimmte Stoffe enthalten, mit denen sich der Spargel vor Fressfeinden schützt. Ist der Spargel nicht gründlich geschält oder ist die Qualität schlecht, schmeckt er deshalb bitter.
Den Spargel sollte man immer waschen und ungefähr zwei Zentimeter unterhalb des Kopfes von oben nach unten schälen. Nach unten hin sollte die Schale dicker abgeschält und die holzigen Endstücke entfernt werden.

Spargel lagern oder einfrieren

Für den Spargel ist eine kühle, feuchte und dunkle Lagerung wichtig. Am besten sollte er eingewickelt in einem feuchten Tuch im Kühlschrank oder in einem kühlen Vorratsraum aufbewahrt werden.. So hält er sich drei bis vier Tage frisch.
Spargel lässt sich auch problemlos einfrieren. Dazu sollte man den Spargel zunächst gründlich waschen, schälen und die holzigen Enden abschneiden. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsesorten sollte Spargel vor dem Einfrieren aber weder gekocht noch blanchiert werden. Eingefroren hält Spargel bis zu neun Monate. Vor der Zubereitung sollte er nicht aufgetaut werden – einfach den gefrorenen Spargel in kochendes Wasser geben.

Ganz und gar nicht überflüssig: Ballaststoffe

 width=Viele Menschen nehmen zu wenige Ballaststoffe zu sich. Dabei lässt sich ein Mangel recht einfach verhindern. Wofür brauchen wir Ballaststoffe, und worin stecken sie?

Der Name ist ein bisschen irreführend,

denn unter Ballast versteht man ja landläufig etwas, dass man überflüssigerweise mit sich herumträgt. Und tatsächlich stammt der Name aus einer Zeit, in der man die inzwischen als wertvollen Nahrunsgbeitrag erkannten Komponenten unseres Essens für überflüssig hielt. Aber heute weiß man: Ballaststoffe sind kein Ballast, sondern im Gegenteil für viele Abläufe im Körper gesund und hilfreich. Lange galten die oft nicht ganz korrekt als Faserstoffe bezeichneten Stoffe vor allem deshalb als unnütz, weil der Darm aus ihnen praktisch keine Energie ziehen kann und sie einfach wieder ausscheidet. Doch inzwischen wissen Ärzte und Ernährungswissenschaftler es besser: Ballaststoffe sind gesund. Eine hohe Zufuhr kann helfen, diversen Krankheiten vorzubeugen und sollte fester Bestandteil der Ernährung sein. Als Richtwert für den Tagesbedarf empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag für Erwachsene.

Was sind Ballaststoffe?

Ballaststoffe sind faserreiche Inhaltsstoffe, die fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, in tierischen Produkten findet man sie praktisch nicht. Vor allem handelt es sich dabei um verknüpfte Zuckermoleküle, die der Darm nicht oder nur unzureichend verdauen kann, als Energielieferanten taugen sie daher tatsächlich nicht. Ballaststoffe lassen sich in wasserlösliche und -unlösliche unterteilen. Beide Gruppen haben unterschiedliche Eigenschaften. Zu den löslichen zählen zum Beispiel Pektine, Inulin und beta-Glukane, zu den unlöslichen vor allem Zellulose.

Welche Wirkung haben Ballaststoffe?

Unlösliche Ballaststoffe können Wasser binden und im Darm aufquellen. Dadurch vergrößern sie das Stuhlvolumen und bewirken, dass der Darminhalt schneller weitertransportiert wird. Ballaststoffe regen auf diese Weise die Verdauung an und helfen zum Beispiel, Verstopfung vorzubeugen. Lösliche Ballaststoffe ziehen ebenfalls Wasser an, aber sie werden im Dickdarm von Bakterien zerlegt. Der vermeintliche Ballast dient dann unserer Darmflora als Nahrung und trägt auf diese Weise wesentlich dazu bei, die Verdauung optimal zu regeln und die beteiligten Organe gesund zu halten. Obwohl die faserreichen Stoffe den Magen-Darm-Trakt also praktisch nicht Richtung Blut verlassen und deshalb dem restlichen Organismus nicht zur Verfügung stehen (anders zum Beispiel als Vitamine und Mineralstoffe), haben sie durchaus weitreichende Wirkungen. Bereits im Magen verdicken sie den Speisebrei, verzögern dadurch die Magenentleerung und machen uns so länger satt. Dadurch können sie Übergewicht vorbeugen und Menschen dabei helfen, ihr Gewicht zu halten. Wer abnehmen möchte, kann sich den sättigenden Effekt ebenfalls zunutze machen, wenn er sich ballaststoffreich ernährt.

Ballaststoffe bewirken außerdem,

dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen langsamer ansteigt und deshalb weniger Insulin freigesetzt wird. Das kommt Menschen mit Diabetes zugute, weshalb Ärzte und Ernährungswissenschaftler ihnen oft empfehlen, genügend Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Vermutlich senkt eine ballaststoffreiche Ernährung auch das Risiko, überhaupt Diabetes zu bekommen – insbesondere von Haus aus ballaststoffreiche Vollkornprodukte zeigen in Studien schützende Effekte. Ein langsam ansteigender Blutzuckerspiegel verringert außerdem das Gefühl des „Heißhungers“ und kann auch dadurch beim Abnehmen unterstützen.

All diese positiven Effekte haben Forscher der Universität Harvard dazu bewegt

eine große Übersichtsstudie zu Ballaststoffen durchzuführen. Dabei fanden sie heraus, dass von über 700.000 Studienteilnehmern im Studienzeitraum umso weniger starben, je mehr Ballaststoffe sie täglich zu sich nahmen. Wer jeden Tag mindestens 70 Gramm Vollkorn aß, hatte sogar ein um 20 Prozent niedrigeres Risiko, aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu sterben. Auch groß angelegte Studien sollten zwar immer mit ein wenig Skepsis betrachtet werden, weil viele Komponenten einfließen, die sich manchmal schlecht isolieren lassen – eine deutliche Tendenz scheint in diesem Fall aber dennoch erkennbar

Ballaststoffreiche Lebensmittel: Obst, Gemüse, Getreide

Ballaststoffe kommen vorwiegend in Obst, Gemüse und Getreide vor. Letzteres sollten wir  möglichst als Vollkornprodukt zu uns nehmen, denn in den Randschichten der Getreidekörner stecken die meisten Ballaststoffe. Bei Brot, Reis, Nudeln und anderen Getreideprodukten ist die Vollkornversion deshalb zu bevorzugen – wer allerdings die weißen Varianten lieber mag, kann den gleichen Effekt zum Beispiel durch ein paar Scheiben Roggenknäckebrot zwischendurch erreichen. Und auch Hülsenfrüchte wie Bohnen und Kichererbsen, viele Kohlsorten und Schwarzwurzeln sind beispielsweise Gemüse, die viele Pflanzenfasern enthalten.

Deshalb raten Ernährungsexperten

Alle Obst- und Gemüsesorten essen, die wir mögen und die uns gut bekommen, denn alle tragen zur Ballaststoffzufuhr bei. Außerdem ist es ohnehin sinnvoll, bunt und abwechslungsreich zu essen, weil verschiedene Pflanzenfasern unterschiedliche Wirkungen aufweisen. Um genügend Ballaststoffe aufzunehmen empfehlen sich drei bis vier Scheiben Vollkornbrot, eine Portion Getreideflocken und genug Obst und Gemüse täglich.

Ballaststoffzufuhr langsam steigern

Wer bisher eher wenig Ballaststoffe gegessen hat und die Zufuhr nun erhöht, reagiert zunächst möglicherweise mit Blähungen, Völlegefühl und Darmgrummeln, denn der Darm hat auf einmal mehr zu tun und muss sich erst an eine ballaststoffreichere Kost gewöhnen. Mit der Zeit lassen die Beschwerden aber normalerweise nach, der Körper und die Verdauung stellen sich darauf ein. Manche Menschen allerdings vertragen grundsätzlich nicht alle Faserstoffe oder nur eine gewisse Menge davon. Hier gilt es dann, in Absprache mit Arzt oder Ernährunsgberatung die individuelle Verträglichkeit auszutesten.

Reagiert der Darm anfangs empfindlich,

sollte man mit Hülsenfrüchten, Zwiebeln und Kohlsorten eher sparsam umgehen und lieber andere Gemüse auftischen. Statt einem grobkörnigen Vollkornbrot bietet sich vielleicht ein fein vermahlenes an oder ein Roggenmischbrot, oder eben auch wie erwähnt Knäckebrot aus Roggenmehl. Auch empfehlen sich Gemüsesuppen – sie sind leicht verdaulich und enthalten neben den Ballaststoffen auch gleich genügend Flüssigkeit. Denn, auch das ist wichtig: Ausreichend trinken sollte man, damit die Pflanzenfasern im Darm aufquellen können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu rund 1,5 Litern täglich, sofern aus gesundheitlichen Gründen nichts dagegen spricht.

Vom Altersleiden zur Volkskrankheit: Bluthochdruck geht jeden an

 width=Unser Blutdruck ist ein sicherer Indikator dafür, wie es um unsere Gesundheit bestellt ist, und bei fast jeder ärztlichen Untersuchung werden zunächst mal Puls und Blutdruck bestimmt – aus gutem Grund.

Der Blutdruck beschreibt die Kraft,

mit der das Blut gegen die Gefäßwände der Arterien drückt. Das Blut wird vom Herzen durch die Arterien gepumpt und dadurch wird entsprechend Druck auf die Gefäßwände ausgeübt. Wenn der Blutdruck, also der Druck auf die Gefäßwände zu hoch ist, wird er zum Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislaufs-Systems und gehört zu den häufigsten Todesursachen. Deshalb werden die Blutdruckwerte bei fast jedem Arztbesuch geprüft.

Ein zu hoher Blutdruck,

das wissen viele, ist nicht gut, aber auch ein zu niedriger Blutdruck kann auf gesundheitliche Probleme hindeuten. Von einem erhöhten Blutdruck (arterieller Hypertonie oder kurz Hypertonie) spricht man, wenn bei einer korrekt durchgeführten Messung Werte über 140/90 mmHg gemessen werden. Probleme mit dem Blutdruck galten einmal als Alterskrankheit, doch längst finden Ärzte bei immer mehr jungen Menschen Blutwerte von 140/90 mmHg und höher. Die Zahl der männlichen Betroffenen zwischen 18 und 29 Jahren hat sich allein zwischen 1998 und 2011 verdoppelt – auf fast neun Prozent. Experten der Deutschen Hochdruckliga schätzen zudem, dass bereits fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen einen zu hohen Bluthochdruck haben.

Wie kommt es dazu? Was sind die Ursachen von Bluthochdruck gerade bei jungen Menschen – und was kann man tun?

Abgesehen von altersbedingten Versteifungserscheinungen der Blutgefäße sind die Ursachen ziemlich die gleichen wie bei älteren Menschen: Vor allem die familiäre Veranlagung und der Lebensstil gelten als Risiko. Zu letzterem zählen vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung – mit zu viel Salz zum Beispiel. Die empfohlene Menge von sechs Gramm Salz pro Tag wird häufig und deutlich überschritten, vor allem in vielen Snacks und Fertiggerichten lauern oft hohe Salzanteile. Wer sich auf dem Sofa eine Tüte Chips oder Erdnüsse einverleibt, ist damit oft schon ziemlich am Limit – und die übrige Ernährung über den Tag kommt ja noch dazu.

Nicht belegt, aber dennoch naheliegend scheint die Vermutung, dass das vergangene Jahr die Probleme gerade bei jungen Menschen eher verschärft hat:

Sport fiel weitgehend aus, selbst der Radweg zur Schule fand oft nicht statt, und im Home-Schooling sich selbst überlassen wird sich mancher Schüler statt Vollkornbrot und Salat vermutlich schon mal den Griff zur Chipstüte oder ins Fach mit den Tiefkühpizzen gestattet haben. Ab und zu kein Problem, auf Dauer aber kann das schon in jungen Jahren Auswirkungen haben.

Alkohol, Rauchen und Stress treiben den Blutdruck ebenfalls in die Höhe,

sowohl Nikotin als auch Stresshormone bewirken, dass die Blutgefäße sich zusammenziehen und – klar – wenn die Leitung dünner wird, steigt bei gleicher Flüssigkeitsmenge der Druck.

Und wie bemerkt man, dass man einen zu hohen Blutdruck hat?

Wirkliche Symptome gibt es erstmal nicht: Das Heimtückische am Bluthochdruck ist, dass er oft lange Zeit keine spürbaren Beschwerden verursacht. Manchmal führen Anzeichen wie ein rotes Gesicht, Klopfen an den Schläfen, Schwindel, Luftnot, Schlaflosigkeit oder Ohrensausen zur Diagnosestellung – ebenso oft bemerkt man aber auch nichts. Wenn keine Blutdruckmessungen in der Prävention durchgeführt werden, machen sich leider häufig erst die Folgeschäden für den Patienten bemerkbar – wenn es also oft schon zu spät ist.

Man muss also messen, da hilft alles nichts.

Denn viele Menschen wissen gar nicht, dass ihre Werte zu hoch sind: Die Dunkelziffer bei den Frauen liegt bei circa 30 Prozent, von den betroffenen Männern wissen sogar 40 bis 75 Prozent nichts von ihrer Krankheit. Die Messung kann man mit einem entsprechenden Gerät einfach selbst und zu Hause durchführen, und die meisten Hypertonie-Patienten machen das auch. Wer „nur mal schnell“ schauen will, wie es denn steht mit dem eigenen Blutdruck (also zum Beispiel jüngere Menschen), kann das natürlich beim Arzt, aber auch in den meisten Apotheken checken lassen.

Warum sind die Werte so gefährlich?

Bluthochdruck ist gefährlich, weil er eine Hauptursache von Schäden an großen und kleinen Arterien darstellt. Mögliche Folgen sind Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenversagen oder Sehstörungen durch Netzhautschäden. Je höher der Blutdruck schon bei jungen Menschen ist und je länger er andauert, desto mehr schädigt er unter anderem die Herzmuskelfunktion.
Neuere Untersuchungen zeigen zudem, dass nicht nur Schlaganfälle wahrscheinlicher werden, sondern auch das Gehirngewebe selbst Schaden nimmt. Wissenschaftler stellten bei Studienteilnehmern mit Bluthochdruck ab mittlerem Alter zum Beispiel ein reduziertes Hirnvolumen fest. Und Forscher in Leipzig maßen schon bei jungen Patienten bis 40 Jahre mit geringfügig erhöhtem Blutdruck Gehirnveränderungen. Ob daraus spätere Schäden resultieren, muss jedoch noch weiter untersucht werden. Fest steht aber: Bluthochdruck ist keine Altersfrage mehr, und je früher er festgestellt und behandelt wird, desto besser.

Die Absenkung des Blutdrucks in den Normalbereich reduziert das Risiko von Organschäden an Gefäßen, Herz, und Niere erheblich – und dafür kann man ohne großen Aufwand ziemlich viel tun:

Gewichtsreduktion: Eine Gewichtsreduktion von ca. 5 kg kann den Blutdruck im Mittel um ca. 5/3 mmHg senken, wenn man mehrere Lebensstilmodifikationen kombiniert (z.B. gleichzeitige Reduktion des Kochsalzkonsums) erhöht sich der Effekt deutlich.

Mehr Bewegung: Besonders zielführend ist Ausdauertraining – zum Besipiel zwei- oder dreimal pro Woche 30 Minuten lang schnell gehen, joggen, Fahrrad fahren oder schwimmen. Sport bewirkt eine Blutdrucksenkung, eine Herzdurchblutungssteigerung, eine verbesserte Insulinwirkung, einen Blutzuckerabfall und vieles mehr, das dem Blutdruck gut tut.

Umstellung der Ernährung: Empfohlen wird eine Obst-, Gemüse- und Getreidereiche Ernährung mit dem Schwerpunkt auf Milchprodukten mit niedrigem Fettgehalt sowie magerem Fleisch, Geflügel und Fisch. Nüsse, Hülsenfrüchte und der Verzehr von kaliumreichen Früchten (z.B. Bananen) wirken sich ebenfalls positiv aus.

Bewusste Beschränkung von Kochsalz auf unter 5 Gramm pro Tag. Fertiggerichte, salzige Snacks, gepökelte Fleisch- und Räucherwaren möglichst meiden, auch in vielen Gebäcksorten ist viel Kochsalz enthalten.

Reduktion des Alkoholkonsums auf ein Glas Wein oder ein bis zwei Bier pro Tag.

Stress abbauen: Das gelingt oft mit Bewegung in der Natur, andere nutzen Yoga etc.

Wenn diese Maßnahmen allein nicht zur Blutdrucknormalisierung reichen,

werden durch den Arzt zusätzlich Medikamente verschrieben. Sowohl die Entscheidung für den Beginn einer medikamentösen Therapie wie auch für die Festlegung der Therapieziele sind aber individuell vom Arzt anzupassen. Normalisieren sich die Blutdruckwerte unter der Medikamenteneinnahme, so dürfen die Wirkstoffe nicht eigenmächtig abgesetzt werden, weil sonst gefährliche Blutdruckschwankungen auftreten können.

 

Stark, aber empfindlich: Stoßdämpfer Bandscheibe

 width=Seit unsere Vorfahren den aufrechten Gang entdeckten und fortan vertikal durch die Steppe streiften, hat der Mensch vermutlich auch Bekanntschaft mit dem Thema Rückenschmerzen gemacht – denn anders als auf vier Beinen lastete plötzlich das ganze Gewicht des Oberkörpers auf den empfindlichen Verbindungsstücken des Rückens. Bandscheiben gelten als Stoßdämpfer der Wirbelsäule. Sie sitzen zwischen den einzelnen Wirbeln und verhindern, dass diese aneinander reiben. Funktioniert der Puffer nicht richtig, kann es zu Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen kommen.

Zwei benachbarte Wirbelkörper sind durch eine Bandscheibe (Zwischenwirbelscheibe) fest miteinander verbunden

Die Bandscheiben sorgen für die Beweglichkeit der Wirbelsäule und wirken wie Puffer zwischen den Wirbeln. Eine Bandscheibe besteht aus einem elastischen Ring aus festem, faserigem Bindegewebe (Faserring) und einem weichen Kern aus gelartiger Flüssigkeit (Gallertkern). Ihre äußere knorpelähnliche Hülle ist mit der Knochenhaut der Wirbelkörper verwachsen. Ähnlich wie ein gut gefülltes Wasserkissen dämpft der Gallertkern Stoß- und Druckbelastungen ab und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Belastungen. Der feste Faserring, der den Gallertkern umschließt und schützt, kann starken Zug- und Druckkräften standhalten: Bandscheiben können das Gewicht eines Kleinwagens aushalten. Doch natürlicher Verschleiß und einseitige Belastung machen die starken Stoßdämpfer unserer Wirbelsäule auf Dauer mürbe. Schmerzhafte Bandscheibenvorfälle lassen sich dennoch oft vermeiden.

In orthopädischen Praxen gehört die Behandlung von Bandscheibenvorfällen zur Tagesordnung

Der heftige Schmerz trifft in Deutschland jedes Jahr rund 180.000 Menschen, meistens im besten Alter zwischen 30 und 50: Männer wie Frauen, Bauarbeiter wie Banker. Letztere gehören tatsächlich zur größten Risikogruppe: denn durch langes Sitzen wird zum einen die Wirbelsäule einseitig belastet. Zum anderen wird der Stoffwechsel in den Bandscheiben nicht ausreichend angeregt. Deswegen sind Büroarbeiter besonders anfällig für Bandscheibenvorfälle.

Der Stoffwechsel der Bandscheiben funktioniert also über Bewegung (Be- und Entlastung) – zum Beispiel beim Gehen

Störend wirkt dagegen eine ständige einseitige Druckbelastung wie bei langem, unbeweglichem Sitzen, aber auch dauernde Unterbelastung wie durch lange Bettruhe.
Außer Bewegungsmangel beeinflusst auch der natürliche Alterungsprozess den Stoffwechsel der Bandscheiben. Mit zunehmendem Alter nimmt der Flüssigkeitsgehalt des Gewebes ab, der Faserring wird spröde, der Gallertkern ist nicht mehr so prall gefüllt. Die Bandscheiben werden dünner, können Erschütterungen nicht mehr so gut abpuffern und sind verletzlicher. Können in jungen Jahren noch bis zu ungeheuren 1,5 Tonnen (so viel wiegt ungefähr ein Kleinwagen) abgefedert werden, vermindert sich diese Fähigkeit im höheren Alter auf 450 Kilogramm. Und man muss keinen Pkw in die Höhe lupfen, um derartige Kräfte auf die Wirbelsäule wirken zu lassen – falsch angepackt, erledigt das auch ein Sack Zement – oder der 10jährige Enkel, der Opa auf den Arm hopst.

Die größte Belastungsprobe für eine Bandscheibe besteht darin,

hohen Druck über einen längeren Zeitraum auszuhalten. Man kann sich das vorstellen wie bei einem gefüllten Berliner: Wenn man zu stark drückt, quillt irgendwo die Marmelade heraus. Genau das passiert bei einem Bandscheibenvorfall. Der Faserring – porös geworden durch mangelnde Bewegung, Nährstoffmangel und den natürlichen Alterungsprozess – hält irgendwann dem Druck des zähflüssigen Gallertkerns nicht mehr stand und reißt ein. Durch diese Risse kann sich die „Marmelade“ nach außen schieben – etwa beim Bücken oder bei einer ungeschickten Kopfbewegung.

Trifft die Bandscheibensubstanz auf Nervengewebe,

kann es zu einer Entzündung kommen. Die typischen Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall strahlen bis in die Beine (bei einem Vorfall im Lendenbereich) oder seltener in die Arme (wenn die Halswirbelsäule betroffen ist) aus. Auch ein Kribbeln in Bein oder Arm, Taubheitsgefühle oder gar Lähmungserscheinungen können durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden. In seltenen Fällen können sogar Blasen- und Darmfunktion durch den verrutschten Gallertkern lahmgelegt werden. In solchen Fällen oder bei schwerwiegenden Lähmungen sollte der Bandscheibenvorfall so schnell wie möglich operiert werden, um bleibende Schäden zu verhindern.

Solche Operationen bilden aber in der Behandlung von Bandscheibenvorfällen glücklicherweise die Ausnahme

In neun von zehn Fällen lässt sich die Bandscheibe ohne operativen Eingriff behandeln, Orthopäden sprechen hier von einer „konservativen Therapie“. In der Akutphase geht es zunächst darum, die entzündeten Nerven zu beruhigen und die Schmerzen zu lindern. Ansonsten gilt in den folgenden sechs bis acht Wochen: Schonung und sanfte Bewegung. In dieser Zeit trocknet die ausgetretene Gallertmasse aus, wird dadurch kleiner und belastet nicht mehr den Nerv. Dann ist eine spezielle Krankengymnastik sinnvoll.

Um sich künftig vor weiteren Vorfällen zu schützen,

hilft es, vorhandene Fehlhaltungen zu korrigieren und die entsprechende Muskulatur zu stärken. Vor allem die Bauchmuskeln spielen bei der Entlastung der Wirbelsäule beim Heben eine große Rolle.

Das kann schützen:

Das Gewicht einer Last können Sie nicht beeinflussen. Sie können jedoch Körperhaltungen vermeiden, die Ihre Wirbelsäule unnötig beanspruchen.

Die wichtigste Regel lautet: Halten Sie den Rücken möglichst gerade. Heben oder tragen Sie Lasten nicht mit gekrümmtem, nach vorn gebeugtem Oberkörper oder mit einem Hohlkreuz.

Heben Sie die Last so nah am Körper wie möglich.

Halten Sie den Rücken beim Heben gerade und nutzen Sie auch die Kraft Ihrer Beinmuskulatur.

Achten Sie auf eine gute Spannung Ihrer Bauchmuskulatur.

Bringen Sie so viel Bewegung wie möglich in Ihren Alltag: Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs, lassen Sie Ihr Auto für Strecken unter fünf Kilometer einfach stehen und radeln Sie, steigen Sie eine Haltestelle früher aus und gehen ein Stück zu Fuß, drehen Sie nach dem Mittagessen oder vorm Schlafengehen einmal eine Runde um den Block …

Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz abwechslungsreich: Gehen Sie ein paar Schritte zum Drucker, stellen Sie oft benötigte Ordner nicht in Griffweite auf, stehen Sie zum Telefonieren auf.

Bleiben Sie gesund!

Ihre Apotheke

Wenn sich die Pollen tollen: Hilfreiche Heuschnupfen-Tipps

 width=Für die meisten beginnt mit dem Frühjahr die schönste Zeit des Jahres, keine Frage – für andere allerdings eine echte Leidenszeit. Es ist Heuschnupfensaison, und die vielen Menschen mit rot verschwollenen Augen, mit laufenden Nasen und nass genießten Taschentüchern könnten auf den Frühling ganz oder teilweise gern verzichten. Denn was mit dem Begriff Heuschnupfen irgendwie niedlich umschrieben wird, ist eine mehr als lästige, mitunter sogar gefährlich Krankheit, die jedes Jahr ungefähr 15 Millionen Menschen zu Verzweiflung treibt. Das ist dann auch der Grund, warum jedes Jahr wieder an dieser (oder ähnlicher) Stelle ein paar Tipps zum Thema aufgelistet werden: Denn erstens kann man durch sein Verhalten zumindest den Schwere-Grad der Symptome oft deutlich nach unten korrigieren, und zweitens sollte eine echte Pollenallergie in jedem Fall vom Arzt begutachtet und gegebenenfalls therapiert werden, um Verschlimmerung und Folgekrankheiten auszuschließen.

Die durch Pollen ausgelösten Allergien nehmen zu,

und viele mögliche Gründe werden dafür verantwortlich gemacht: Übertriebene Hygiene etwa, steigende Feinstaubkonzentrationen in der Luft, Pflanzen mit aggressiven Allergenen, stärker werdender Stress – das alles kann zu Allergien im Allgemeinen und zu Pollenallergie und Heuschnupfen im Besonderen führen. Denn unser Immunsystem wird durch diese Faktoren getäuscht und erklärt die eigentlich harmlosen Pollen zu bösen Feinden. Unser Abwehrsystem wird in höchste Alarmbereitschaft versetzt und schüttet in erhöhtem Maße das Hormon Hystamin aus, um die vermeintlich gefährlichen Erreger ohne Rücksicht auf Verluste zu bekämpfen. Das es überhaupt nicht gebraucht wird, spielt keine Rolle, Alarm ist schließlich Alarm – die Nebenwirkungen bleiben allerdings Tatsache, so dass die hormonelle Abwehr schließlich den Heuschnupfen auslöst. Und der ist oft nicht ungefährlich, denn in über 40% der Fälle führt er zu weiteren Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Asthma. Es ist also wichtig, dass man zum Arzt oder gleich zum Allergologen geht, um Schlimmeres zu verhindern. Aber auch die Naturmedizin kennt Mittel und Wege, Pollenallergie und Heuschnupfen zu entgehen oder zumindest die Auswirkungen zu lindern.

Die ersten Pollen sind schon fast wieder aus der Luft,

Erle und Haselnuss zum Beispiel haben mit dem März den Höhepunkt Ihres Pollenflugs bereits hinter sich – für die meisten anderen Arten aber geht es jetzt erst so richtig los, und die Saison zieht sich mit Gräsern, Getreide und südlicheren Baumsorten bis in den späten Sommer. Die ganz heiße Phase aber steht uns jetzt bevor, und wer betroffen ist, sollte sich über die aktuelle Pollenflug-Situation in Tageszeitungen, im Radio oder im Internet auf dem laufenden halten. An Tagen mit starkem Pollenflug kann man die allergische Reaktion vielleicht nicht komplett verhindern, aber zumindest ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen. Hier sind die hilfreichsten Tipps dazu:

Pflegen Sie Ihre Haut,

denn Pollen können auch über diesen Weg in den Körper gelangen und zu Juckreiz, Rötungen und Hautirritationen führen.

Halten Sie sich in der Zeit,

in der Ihre Pollen intensiv fliegen, möglichst wenig im Freien auf und vermeiden Sie dort vor allem anstrengende Betätigungen (Sport). Bei anstrengenden Tätigkeiten atmen Sie kräftiger ein und es gelangen mehr Pollen in die Luftwege – also besser flach atmen.

Legen Sie Ihren Urlaub möglichst in die Zeit,

in der zu Hause die meisten Pollen fliegen. Reisen Sie in allergenarme Gebiete, z. B. auf Inseln, ans Meer oder ins Gebirge.

Lassen Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen und schalten Sie die Lüftung aus

Denn mit der frischen Luft gelangen auch jede Menge Pollen ins Wageninnere. Noch besser: lassen Sie einen Pollenfilter einbauen.

Auf dem Land sind morgens die Pollenkonzentrationen hoch, in der Stadt abends

Lüften Sie daher Ihre Wohnung in ländlichen Gebieten abends zwischen 19 und 24 Uhr, in der Stadt morgens zwischen 6 und 8 Uhr.

Achten Sie beim Kauf eines Staubsaugers darauf,

dass er einen speziellen Feinstaubfilter hat. Trotzdem sollten Sie die Filtertüte mindestens alle zwei Wochen austauschen. Idealerweise sollte der Betroffene selbst nicht saugen und währenddessen auch nicht anwesend sein.

Waschen Sie sich die Haare,

bevor Sie zu Bett gehen. Legen Sie Ihre Straßenkleidung vor dem Schlafzimmer ab, damit im Schlafzimmer selbst die Pollenbelastung möglichst gering ist.

Tragen Sie im Freien eine Brille oder Sonnenbrille

Das hält die Pollen zumindest ein wenig von den Augen fern.

Selbst ist der Patient: So testen Sie richtig!

 width=Es zeichnet sich ab: Die Sache mit dem Virus zieht sich noch ein bisschen hin, eine schnelle und unkomplizierte Lösung gibt es nicht. Das Impfen wird auf mittlere Sicht sicher für Entlastung sorgen, der Sommer mit viel Licht und Wärme vermutlich auch – nützt uns im Moment aber erstmal nichts, denn noch ist es ziemlich kalt und das mit dem Impfen, … naja. Besondere Bedeutung kommt daher den Tests zu – und seit dem 8. März kann sich ja auch jeder einmal pro Woche kostenlos einem Corona-Schnelltest unterziehen. Aber auch Tests für den privaten Gebrauch sind nun erlaubt. Dabei stellt sich die Frage, welche Art von Test wann und wo geeignet ist, an wen man sich wendet und wie man zum Beispiel einen Selbsttest richtig anwendet. Wir haben ein paar Fakten zusammengetragen:

Schnelltest, Selbsttest, PCR-Test:

Zur Strategie im Kampf gegen das Coronavirus gehören umfangreiche Tests in allen Bevölkerungsgruppen. Was ist bei Selbsttests zu beachten und für wen eignen sie sich?

Aktuell sind drei verschiedene Methoden zugelassen,

um eine akute Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Anwendung, sondern auch in der Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Endet ein Test mit dem Ergebnis „positiv“, ist der Getestete mit dem Virus infiziert, „negativ“ bedeutet, dass er nicht infiziert ist. Wobei alle Testarten mehr oder weniger geringe, aber dennoch vorhandene Fehlerquoten aufweisen.

Schnelltests und Selbsttests gehören zu den Antigentests

Sie weisen Eiweißstrukturen des Coronavirus nach. Dazu wird mit einem Stäbchen ein Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen und zusammen mit einer Flüssigkeit auf einen Teststreifen gegeben. Dieser reagiert auf Eiweißbestandteile des Virus und zeigt dies mit einer Verfärbung an. Antigentests zeigen das Ergebnis nach 15 bis 30 Minuten an.

Beim PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) wird ebenfalls ein Abstrich genommen

Im Labor wird das Erbmaterial der Viren stark vervielfältigt. Damit kann es auch nachgewiesen werden, wenn es ursprünglich nur in geringen Mengen vorhanden war. Der Test dauert vom Abstrich, über den Transport ins Labor, bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses meist mindestens 48 Stunden.

Selbsttest: Der Einfache für zu Hause

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat mehrere Antigen-Tests in einem Schnellverfahren zugelassen, die auch von medizinischen Laien selbst angewendet werden können. Diese Selbsttests werden in Apotheken und anderen Geschäften wie Drogeriemärkten und Supermärkten verkauft. Pro Test kosten sie zwischen etwa fünf und zehn Euro, die die Kunden selbst bezahlen müssen. Dem Selbsttest liegt eine ausführliche Anleitung bei, die die exakte Anwendung beschreibt. Der Abstrich wird möglichst weit in der Nase entnommen, mit einer beigelegten Flüssigkeit vermischt und auf ein markiertes Feld des Tests getropft. Die richtige Anwendung entscheidet erheblich über die Zuverlässigkeit des Ergebnisses.

Bei positivem Ergebnis folgt ein PCR-Test

Zeigt der Test ein positives Ergebnis an, ist das kein Beleg für eine Infektion mit dem Corona-Virus, da die falsch positive Fehlerquote relativ hoch ist. Daher muss jedes positive Ergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden. Wer ein positives Schnelltest-Ergebnis hat, sollte jeden Kontakt mit anderen Personen vermeiden und einen Arzt oder das Gesundheitsamt anrufen, um einen PCR-Test zu vereinbaren.